Taube – Zeichen der Hoffnung

Liebe Kolpingfreunde,

als ich die letzten Tage so durch die Gassen von Regensburg geschlendert bin, waren Tauben in großen Scharen zu sehen. Menschen, obwohl es verboten ist, fütterten sie mit wachsender Begeisterung.

Teilweise sind sie schon eine Plage und so manchen Hausbesitzern, aber auch Kirchenpflegern machen sie das Leben schwer.

Ich habe vor kurzem einen Artikel von P. Anselm Grün in der Zeitschrift “Einfach leben” gelesen, der mich inspiriert hat, das geistliche Wort für den Monat Juni, über die Taube zu schreiben. Sie hat ihren Platz in der christlichen Tradition.

Denken wir an die Sintflut bei Noach. Als die Taube beim ersten Mal mit dem frischen Olivenzweig zurückkommt und beim zweiten Mal überhaupt nicht mehr, weiß Noach mit seinen Angehörigen, dass Leben auf der Erde wieder möglich ist.

Sie verlassen ihre Arche und schließen mit Gott einen Bund, den er mit dem Regenbogen bestätigt. So wurde die Taube zu einem Symbol für Versöhnung und Frieden. Dieser Friedensbund gilt bis heute.

Das Zeichen, dass Gott auch heute noch seine Hand über uns hält. Jedes Mal, wenn wir den farbenfrohen Regenbogen sehen, erfreut uns dieses schöne Naturschauspiel und gleichzeitig erinnern wir uns an diesen Bund.

Ein weiteres Mal erscheint eine Taube in der Bibel. Die Taube wird zu einem Medium Gottes. Bei der Taufe Jesu im Jordan kommt der Heilige Geist wie eine Taube auf ihn herab. Gott spricht zu ihm, aber auch zu allen, die dabei gewesen waren: dieser ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich Gefallen gefunden.

Damit wird die Taube auch zu einem Bild für den Heiligen Geist. Diese Taube markiert unsere Sehnsucht, dass auch wir etwas von diesem Heiligen Geist empfangen mögen, besonders wenn wir vor einer großen Aufgabe stehen. Er möge uns inspirieren, dass wir das richtige in dieser Situation machen.

Angeleitet durch diese beiden Geschichten ist die Taube ein schönes Hoffnungsbild für uns: Wäre es nicht schön, wenn wir mit einem inneren Frieden uns an einen ruhigen Ort zurückziehen können, aber dennoch voll Lebendigkeit und innerer Leichtigkeit beseelt sein können?

Hier öffnet sich die Enge unseres Lebens und hält den Horizont über uns offen. So können wir der Realität ins Auge schauen und wir brauchen nicht verzweifeln, ganz besonders in so einer Zeit, die wir im Moment durchleben müssen.

So wünsche ich Euch allen viel Hoffnung und Zuversicht,

verbunden mit einem herzlichen Treu Kolping.

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses