Gott sieht auch hinter die Maske

Liebe Kolpingfreunde,

ein Begriff, der uns in diesen Zeiten begleitet, ist die “Maske”. Wir alle müssen zu unserer eigenen und der Sicherheit anderer Masken tragen.

Waren es am Anfang nur die Stoffmasken mit vielen verschiedene Motiven, folgten darauf die medizinischen Masken, die uns alle wie medizinisches Personal aussehen ließen und so sind es jetzt die FFP-2 Masken, die uns den bestmöglichen Schutz geben sollen.

Diese Zeit fordert halt von uns diese Maßnahmen. Wir wissen nicht, wie lange dies noch dauern wird, aber meiner Meinung nach wird dies noch eine Zeitlang dauern.

Bis vor einem Jahr haben wir beim Begriff „Masken“ sicherlich an etwas anderes gedacht. Viele von uns haben es sicherlich mit dem Faschingstreiben verknüpft. Wir haben uns verkleidet und sind in andere Rollen geschlüpft.

Die Faszination dabei ist, dass jemand für kurze Zeit jemand anderes spielen und sein kann, als man in der Realität ist. Das wird von vielen als Befreiung aus dem grauen und tristen Alltag empfunden. Da tut es gut, einmal die Grenzen zu überschreiten.

Der Haken an der Sache ist, dass wieder die Zeit kommt, in der die Maske abgegeben werden muss. Man geht seinen gewohnten Trott weiter. Oft kommt es mir aber vor, dass einige Zeitgenossen sogar in ihrem Alltag eine Maske tragen. Diese sieht folgendermaßen aus. Man spielt den Lieben, Netten, den jeder mag, aber in Wahrheit denkt man anders.

Nur einer kann hinter die aufgesetzte Maske blicken und das ist Gott. Nur er weiß, wie es uns wirklich geht, wie mir zu mute ist. Ihm kann ich nichts vormachen. Aber tröstlich ist es zugleich, dass ich weiß, Gott nimmt mich so an wie ich bin. Ich brauche mich nicht zu verstellen, ich brauche keine Maske tragen.

So wünsche ich euch trotzdem, dass ihr in diesen Tagen Freude erleben könnt. Feiert Fasching, feiert Karneval in der Corona angemessenen Weise.

Nur wer Freude erlebt, der wird auch fähig sein, sich in der Fastenzeit auf das Wesentliche, auf ein einfaches Leben zu konzentrieren. Dazu ist die Fastenzeit, sind die 50 Tage da, dass wir gestärkt unserem Leben wieder ein tragendes Fundament geben können.

Mit herzlichen Kolpinggrüßen
Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses