Solidarität

Liebe Kolpingfreunde,

August ist für viele von uns die Zeit etwas ruhiger zu treten, in den wohlverdienten Urlaub zu fahren und einfach die freien Tage zu genießen. Meist schreibe ich zu diesem Thema ein paar Zeilen.

Aber in diesem Jahr hält uns die Corona-Pandemie in Atem. Wir wissen nicht, wie sich die Zahlen entwickeln. Aber ich wünsche euch allen ein paar erholsame Tage, egal wo ihr sie genießen könnt.

Es bewegt mich aber ein anderes Ereignis in diesem Jahr. In manchen Gegenden unseres Landes ist wie aus heiterem Himmel die Flutkatastrophe hereingebrochen. Ganze Landstriche sind von Fluten und Überschwemmungen heimgesucht worden.

Bei vielen Menschen ist die dreckige Brühe durch Keller und sogar durch Wohnzimmer und Küche geflossen. Manche haben sogar ihre ganze Existenz verloren. Die gesamte Infrastruktur ist zusammengebrochen.

Über 160 Menschen starben, weil sie nicht rechtzeitig aus ihren Häusern flüchten konnten. Menschen stehen fassungslos auf der Straße und wissen nicht, wo sie unterkommen sollen und wie es weitergehen soll.

Was mich in diesen Tagen zugleich unheimlich betroffen und aber auch hoffnungsfroh stimmt, ist die Solidarität der Menschen. Es wird angepackt. Es gibt eine große Spendenbereitschaft, ob mit kleinen oder großen Beträgen. Das ist beeindruckend.

Nicht nur mit materiellen Dingen wird den Menschen geholfen, sondern auch die Unterstützung in den seelischen Nöten wurde bundesweit koordiniert. So sind auch aus unserem Bistum Helferinnen und Helfer von allen Hilfs- und Rettungsorganisationen ins Einsatzgebiet gefahren.

Nicht vergessen möchte ich aber auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Notfallseelsorge und der psychischen Notfallversorgung, die den Menschen beizustehen, damit die seelischen Wunden nicht zu groß werden. Auch diese Einsatzkräfte brauchen nach ihrer Heimkehr psychosoziale Unterstützung, damit sie die ungewöhnlichen Ereignisse gut verarbeiten können.

So wünsche ich mir, dass auch wir als Kolpinger mithelfen, dass die Menschen in den Flutgebieten finanziell unterstützt werden. Kolping International, aber auch einige Diözesanverbände haben Konten eingerichtet, damit die Hilfen schnell und unbürokratisch zu den Richtigen kommen. Euch allen ein herzliches Vergelt’s Gott dafür.

Seien wir uns bewusst und dankbar, dass unser Leben ein Geschenk ist. Es gibt keinen Anspruch und kein Recht darauf. Danken und beten wir jeden Tag zu unserem Herrgott, dass wir vor Naturkatastrophen und anderen Unglücksfällen verschont werden.

So möchte ich mit einem Zitat Kolpings schließen. Er hat es 1865 bei einen Vortrag über die Ehe im Gesellenverein zu Köln gehalten. “Gott hat die Welt nicht für einen, sondern für viele Menschen geschaffen, die in Gemeinschaft miteinander leben sollen. Allein kann der einzelne Mensch für die Bedürfnisse seines Lebens nicht sorgen, er hat fremde Hilfe notwendig und muss darum seinesgleichen suchen.” KS 5, S. 359

Allen wünsche ich eine erholsame Urlaubs- und Ferienzeit und denjenigen, die wegfahren, eine gesunde Rückkehr.

Mit herzlichen Kolpinggrüßen
Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses