Ostern – Emmaus

Liebe Kolpingfreunde,

jeder, der in Kolpingkreisen verkehrt, für den ist es fast ein Pflichttermin. Am Ostermontag machen sich die meisten Kolpingsfamilien auf den Weg in Richtung „Emmaus“.

Nach einer Andacht wird zu einem bestimmten Platz spaziert und dort suchen die Kolpingkinder nach den traditionellen Osternestern. Bei diesem Emmausgang spüren alle, das er etwas besonderes ist.

Meist ist es oft der erste Spaziergang bei frühlinghaften Temperaturen oder auch die erste frische Halbe Bier nach der langen Fastenzeit – damit schlägt bei manchen das Herz höher.

Aber gehen wir zurück zur Grundlage der biblischen Geschichte von den Jüngern von Emmaus. Ihr Freund Jesus, dem sie gefolgt sind, wurde gekreuzigt. Aus und Ende. Sie gehen total fertig die 11,5 km nach Hause.

Ihre Zukunftsplanungen sind mit dem Tod von Jesus über den Haufen geworfen. Sie haben nur noch Augen für sich selber und bemerken nicht, wie Jesus sich zu ihnen gesellt, auch da nicht, als er ihnen alles aus den Schriften erklärt.

Erst als sie bei Tisch saßen, fällt es wie Schuppen von ihren Augen. Jesus gibt sich ihnen selbst durch das Brechen des Brotes zu erkennen. Ab diesem Zeitpunkt ist ihnen klar, Jesus lebt, er ist von den Toten auferstanden. Ihre Traurigkeit verwandelt sich von einem Moment auf den anderen in grenzenlose Freude.

Was kann uns diese Geschichte von Emmaus für unsere heutige Zeit sagen. Auch wir gehen oft depremiert und fertig durch unser Leben. Gute Ratschläge von anderen erkennen wir nicht, oder nehmen sie nicht an – eine ganz normale menschliche Reaktion.

Doch irgendwann geht auch uns ein Licht auf, sei es durch die Begleitung eines lieben Menschen, durch ein einfühlendes Gespräch oder auch durch ein religiöses Buch, das wir lesen.

Jedes Mal, wenn wir aus so einem Tal der Dunkelheit herauskommen, fühlen wir uns wohl, es erscheint uns gleichsam ein Licht. Für uns Christen hat dieses Licht eine besondere Bedeutung.

Jedes Jahr wird in der Osternacht eine brennende Kerze in die dunkle Kirche getragen. Seine kleine Flamme verteilt im Kirchenschiff erleuchtet das Dunkel der Kirche. So wie diese kleine Flamme, so durchdringt auch Jesu Botschaft wie ein Licht unser Herz.

So wünsche ich Euch allen, dass in diesem Jahr das Osterlicht in dieser besonderen Zeit der Coronapandemie euer Herzen erleuchten möge. Dies tut unserem Leben gut, etwas von der Hoffnung von der Feier der Ostertage mitzubekommen, dass wir alle sagen und singen können: Jesus lebt mit ihm auch ich.

Mit herzlichen Kolpinggrüßen
Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses