Geistlicher Impuls für den Monat November

© Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Heilige öffnen uns den Himmel

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

am 1. November feiern wir das Fest Allerheiligen. Viele Heilige zieren unsere Kirchen und unsere Straßen. Denken wir nur an den Brückenheiligen Johannes Nepomuk, den Hl. Martin oder Nikolaus. Für uns ist auch unser seliger Adolph Kolping auch ein Meilenstein in unserem Leben. Ohne Heilige wäre unsere Welt um vieles ärmer.

 

Brauchen wir Heilige überhaupt? Unser Leben begleiten Idole und Vorbilder. Zu ihnen können wir aufschauen und uns orientieren. Denken wir nur an die Stars und Sternchen aus Musik, Film und Sport. Mit Stolz wird das Trikot bei Fußballspielen getragen.

 

Heiligenverehrung ist so alt wie das Christentum. Apostel und Märtyrer wurden den Christen als Vorbilder als Orientierung für ihre Lebens- und Glaubenspraxis vor Augen gestellt. Heilige sind Menschen, die unseren Blick weiten auf Gott. So kann das Vorbild der Heiligen uns helfen, dass wir uns und unser Herz ganz für Gott öffen.

 

Da fällt mir das "Pantheon" ein. Ich habe diese Kirche auf unserem Spaziergang durch Rom mit den Jugendlichen bei der diesjährigen Kulturfahrt besucht. Was diese Kirche kennzeichnet ist, dass sie keine Fenster hat und in der Kuppel ist eine runde Öffnung, durch die das Licht in den Raum scheint. Ursprünglich wurde dieser Bau als Tempel für alle Götter eingerichtet, aber später von den Christen als Kirche zur Verehrung aller Heiligen.

 

Eine Kirche, deren Dach eine Kuppel ist. Die Kirche hat keine Fenster, nur am Scheitelpunkt der Kuppel eine runde Öffnung, die einen Durchmesser von 9 m hat. Die Römer haben diesen Bau als Tempel für alle Götter errichtet, die Christen haben ihn als Kirche zur Verehrung aller Heiligen umgewidmet.

 

Diese Öffnung zeigt mir, was ein Heiliger ist: Gottes Licht kommt durch ihn in die Welt, die dunkle Welt wir heller. Wir lenken unseren Blick auch zum Himmel. Beim Betreten des Pantheons schauen wir unwillkürlich auf diese Öffnung in der Kuppel.

 

Die Heiligen öffnen uns den Himmel. Durch sie kommt das Licht Gottes in die Welt, durch sie wird die dunkle Welt heller. Genauso lenken sie den Blick der Menschen auf den Himmel. Wenn man das Pantheon betritt, geht der Blick unwillkürlich auf diese Öffnung in der Kuppel.

 

Die Heiligen öffnen uns den Himmel. Sie weisen unsere Gedanken und Empfindungen hin auf den großen Gott. Hier könnten wir mit dem Psalmbeter singen: "Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell".

 

Wer nach dem Vorbild der Heiligen lebt, ist ganz offen für Gott, in ihm strahlt die Herrlichkeit Gottes. Das Vorbild der Heiligen kann uns dabei helfen, uns nicht in Frömmigkeit zurückzuziehen, sondern auch anzupacken, wo Not ist. Die Heiligen haben nicht nur ein offenes Herz für Gott, sondern auch für die Menschen und ihre Nöte.

 

Heilig sein heißt darum, ganz in der Welt zu leben. Dadurch wird unsere Welt mit dem Licht und der Liebe Gottes erfüllt. Nehmen wir die Heiligen zum Anlass und machen wir es ihnen gleich. Erfüllen wir unsere Welt mit dem Licht und der Liebe Gottes.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Oktober

Danke sagen!

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

letzte Woche gab es in Regensburg ein wunderschönes Schauspiel, das anläßlich der Fertigstellung der Domtürme vor 150 Jahren gezeigt wurde.

Unser Dom St. Peter - 105 m hoch - wurde in eine bombastische Bildershow getaucht. Diese Domillumination "La cathédrale magique" begeisterte 50.000 Menschen.

 

Auch ich habe mich von den Bildern und von der Musik begeistern lassen. Hier wurden die einzelnen Epochen vom Beginn des Bauens über verschiedene Ereignisse in und um den Dom herausgehoben.

 

Ob es der Gerüstaufbau, die Brände am Dom,die Gestaltung der Fenster oder auch die Steinmetze, die mit Hammer und Meißel die Steine zurechtschlugen - alles war exakt in Szene gesetzt. Krönung war für mich das Ave Maria-Solo mit den passenden Bildern,das die Einzigartigkeit dieses Bauwerkes dargestellte.

 

Von Tag zu Tag wurden es immer mehr Besucher. Alle, die da waren, sie wurden fasziniert. Manche, so habe ich gehört, haben diese Aufführungen sogar mehrere Male gesehen.

 

Für mich selber bleibt aber die Frage. Was bleibt? Die Erinnerung an etwas Schönes? Oder kann dieses Schauspiel dazubeitragen, die Botschaft des Domes in unser Leben hineintragen.

 

Der Dom ist das Zentrum der Stadt Regensburg, aber auch unseres Bistums. In diesem leben wir, tun wir unsere Arbeit, versuchen wir miteinander Kirche zu sein. Unser Dom ist gleichsam die Mitte unseres geistlichen und christlichen Lebens. Er zeigt uns, dass es in unserem Leben mehr gibt als Leben und Arbeiten. Im Dom, wie in jeder unserer Pfarrkirchen, ist Jesus unter uns gegenwärtig. Für dieses Geschenk sollten wir danken.

 

Zu Beginn des Oktobers fällt das Erntedankfest. Erntedank - wir sagen Gott danke, Vergelt’s Gott, für die Gaben der Schöpfung, aber auch für die Menschen, die die Nahrungsmittel säen und ernten.

Unser Dank muss aber noch weiter gehen. Wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die an unserer Seite sind, die uns begleiten und damit Hoffnung und Kraft schenken. Die uns den Weg hinein in die Gemeinschaft der Glaubenden zeigen und uns auch begleiten.

 

So wünsche ich Euch, dass Ihr in der Gemeinschaft der Kirche, aber auch in den Kolpingsfamilien diese Gemeinschaft pflegt und dadurch für euer Leben Kraft und Hoffnung schöpfen könnt.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen,

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat September

Engel - süßer Kitsch oder treue Wegbegleiter?

 

Liebe Kolpingfreunde!

 

„Ein Engel auf Bewährung“ so lautet der Titel eines Theaterstückes in drei Akten. Bei diesem Stück muss sich ein ziemlich zerlumpter und dreckiger Engel den Himmel verdienen.

 

Bei den Überlegungen, ob wir dieses Theaterstück in unserer KF aufführen sollen, kam der Einwand, dass dieses Stück ein „Schmarrn“ sei, da es unrealistisch ist.

 

Daraufhin kam die Antwort: Wieso? Engel gibt es doch wirklich! Das Stück ist realistisch! Die Frage ist nur, ob Engel tatsächlich so ausschauen und solche Aufgaben haben wie in diesem Theaterstück.

 

Wenn wir mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen, dann finden wir sie immer wieder einmal - diese Engel. Wir können sie in der Kunst, in den Charts, in der Alltagssprache und vor allem in der Liturgie finden.

 

Ein ernsthaftes Sprechen über diese ungewöhnlichen Wesen ist auch deshalb so schwierig, weil wir dabei an Grenzen der menschlichen Aussagemöglichkeiten geraten.

 

Das wussten auch die großen Lehrer der Kirche. Augustinus sagte über den Engel: „Engel bezeichnet das Amt, nicht die Natur. Fragst du nach seiner Natur, so ist er ein Geist; fragst du nach dem Amt, so ist er ein Engel: seinem Wesen nach ist er ein Geist, seinem Handeln nach ein Engel".

 

Egal, ob unsere Engelvorstellungen zutreffen oder nicht, entscheiden ist, dass Gott durch sie in unser Leben eingreift. Ob bei Maria, Josef, den Hirten auf dem Feld, den Frauen am leeren Grab - immer waren es Engel, die diesen Menschen eine göttliche Botschaft übermittelten.

 

Es waren Botschaften, die das Leben veränderten. Es waren Botschaften, die einem zu spüren gaben, dass Gott im Spiel ist. Und darauf kommt es an: Gott spielt im Leben der Menschen eine Rolle.

 

Durch unser Handeln, Reden, Denken und Fühlen können auch wir zu göttlichen Botschaftern werden. Engel müssen nicht unbedingt Flügel haben, denn „Engel“ bezeichnet das Amt, nicht die Natur. Engel sind also mehr als nur süßer Kitsch. Sie sind treue Wegbegleiter.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen,

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

„Glücklich sein“

 

Liebe Kolpingfreude,

 

wir stehen mittendrin in der Urlaubs- und Ferienzeit. Viele sind schon weg, mache müssen noch ein bischen warten, bis sie die Türen ihrer Wohnung und die Türen des Büros hinter sich zumachen können.

 

Manche - und mir geht es da jedes Jahr so - wollen den Schreibtisch ohne größere Aufgaben hinterlassen. So wird in den letzten Tagen geschaut, dass alles was zu erledigen ist, noch erledigt werden kann.

 

Das tut uns gut. Einmal all das was erledigt gehört zu machen. So brauchen wir keinen Balast mit in den Urlaub nehmen. Unsere Gedanken können sich frei entfalten.

 

Dies ist ganz wichtig in unserem Leben. Wir brauchen solche Oasen der Ruhe, damit wir ganz bei uns sein können. So möchte ich Euch eine Geschichte mitgeben, die Euch anleitet, zu sich selbst zu kommen.

 

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne. Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich..."


Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: "Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"


Er sagte wiederum: "Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich... "


Wieder sagten die Leute: "Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen: "Nein!

Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,

wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."

 

Passt auf euch auf. Nutzt die Zeit des Urlaubs und der Ferien. Überlegt nicht gleich was ich als nächstes tun kann. Ein Schritt nach dem anderen. So könnt ihr selber dazu beitragen, glücklich und zufrieden in eurem Leben zu werden. So wünsche ich euch eine schöne Zeit der Muße.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Juli

Petrus und Paulus

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

heutzutage ist es sehr beliebt, Dinge, Leistungen und auch Menschen miteinander zu vergleichen und sie dabei in eine wertende Reihenfolge zu bringen. „Ranking“ heißt das auf neudeutsch.

 

Für Fußballliebhaber ist es gang und gäbe, die Kicker nach der Anzahl der geschossenen Tore, der gewonnenen Zweikämpfe etc. in eine Rangfolge zu bringen.

 

Das gleiche könnte man auch von unseren Heiligen machen. Vor kurzem haben wir das Fest der Apostel Petrus und Paulus gefeiert. So könnten wir fragen: wer ist der Größere, der Bedeutende von beiden?

 

Vordergründig ist das Ranking eindeutig: Petrus bekommt die Schlüssel überreicht und damit die Vollmacht, alles zu binden und zu lösen. Aber etwas anderes in seinem Leben darf nicht verschwiegen werden. Petrus war aber auch der Wankelmütige, der Jesus sogar verleugnet hat.

 

Paulus war zunächst ein fanatischer Verfolger der ersten Christen. Erst durch das Erlebnis bei Damaskus mit Jesus wurde er zu einem glühenden Künder des neuen Glaubens. Er hat die Lehre Christi hinausgetragen in die Welt.

 

Zu Beginn des Christentums sind beide wichtige Gestalten. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich die beiden sogar einen Feiertag teilen müssen. Das hat hohen Symbolwert. Sie gehören untrennbar zusammen.

 

Petrus zeigt uns seine tiefe Verwurzelung im jüdischen Glauben - den Felsen gewissermaßen - auf den Jesus trotz aller Schwäche seine Kirche gründet. Paulus steht dafür, dass Jesu Evangelium für alle Orte und für alle Zeiten verständlich gemacht wird.

 

So können diese beiden Apostel für uns alle Zeichen sein, dass auch wir alle auf dem Fundament unseres Glaubens stehen müssen, dabei aber nicht vergessen, dass wir die Botschaft Jesu Christi immer wieder neu in unsere Zeit hineinübersetzen müssen.

 

Adolph Kolping hat auch dies für seine Zeit getan. Gehen wir ans Werk und versuchen dies mit unserem Leben, aber auch mit unserem Handeln in die Tat umzusetzen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Juni

"Ströme lebendigen Wassers"

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

wir alle kennen die Geschichte aus der Apostelgeschichte, in der die verängstigten Jünger sich hinter verschlossenen Türen verbarrikadiert haben.

 

Und plötzlich kommt der Heilige Geist über sie und sie sind wie ausgewechselt. Von Angst ist keine Rede mehr. Sie werden angerührt und angestachelt durch den Heiligen Geist, die Botschaft Jesus Christi zu verkünden.

 

Auch uns allen wurden die Gaben des Heiligen Geistes in der Firmung geschenkt. Welche Auswirkungen habe ich denn in meinem Leben gemerkt, als mir das Sakrament der Firmung geschenkt wurde? Wurde ich angerührt und angestachelt, meinen Glauben in die Tat umzusetzen?

 

Nehmen wir dieses Pfingstfest wieder zum Anlass unsere Fenster und Türen weit zu öffnen. Nehmen wir es zum Anlass zu fragen, ob wir bereit sind, uns in unserem Leben stören zu lassen, damit der Geist Gottes in uns einströmen kann.

 

Egal, was auch geschehen mag: Er lässt uns jedenfalls nicht unberührt, will uns in Bewegung und in Kontakt bringen. Der Geist Gottes will uns zeigen, dass wir lebendig sind.

 

"Ströme von lebendigem Wasser brechen hervor..." - so heißt es in einem modernen Kirchenlied. Der Heilige Geist als Quelle von Lebendigkeit leitet uns an zu einem vollen und sinnerfüllten Leben.

 

Wenn diese Quelle in uns Menschen sprudelt, dann ist Schluss mit dunklen Fensterhöhlen, mit leeren Straßen und mit Totenstille. Dann gibt es Raum für Träume und Visionen - bei Alt und Jung, bei Frauen, Männern und Kindern.

 

Was bleibt uns dann anderes über, als snzupacken, das Schöne und Positive unseres christlichen Glaubens herauszustellen und diese Lebendigkeit zu allen Menschen guten Willens zu tragen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Mai

„Das Kreuz leuchtet durch Ostern“

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

mir bleibt das Ereignis ganz tief hängen. Die 850 Jahre alte Basilika Notre Dame stand in Flammen. Ein altehrwürdiges Gotteshaus, das eine große Bedeutung für Frankreich aber auch für Europa wird zum Teil ein Raub der Flammen.

 

Feuerwehr und Rettungskräfte machten ihre Arbeit. Es war ein Knochenjob die ganze Nacht über. In der Frühe wurde endlich gemeldet: „Feuer aus. Die Struktur der Kirche konnte erhalten werden.“

 

Wer in den folgenden Tagen die Berichterstattung verfolgt hat, der wird sicherlich an einem Bild hängen bleiben. Es zeigt das Innere der Kirche Notre-Dame nach dem Brand. Brandspuren sind überall sichtbar.

 

Aber ein Hoffnungszeichen inmitten von Schutt und Asche hat mich persönlich sehr bewegt. Es ist das Kreuz, das in dieser zerstörten Kirche gleichsam als Hoffnungsschimmer leuchtet. Darunter ist die unversehrte Statue der Pietà, Maria hält den vom Kreuz abgenommenen Jesus in ihrem Schoß.

 

Für mich kommt es nicht von ungefähr, dass gerade nun in der Osterzeit dieses Hoffnungszeichen leuchtet. Jesus ist durch Schrecken, Leiden und Tod hindurchgegangen und hat uns in der Auferstehung neues Leben schenkt. Für uns Christen ist das Kreuz nichts bedrohendes, sondern es ist für uns das Zeichen der Hoffnung.

 

Die Kirche Notre-Dame in Paris ist ein Zeichen, dass nach dem schrecklichen Brand Zuversicht herrscht. Alle helfen zusammen, dass dieses Gebäude wieder „aufersteht“.

 

Das Zeichen des leuchtenden Kreuzes kann auch für uns in diesem Jahr, besonders in der Osterzeit ein Zeichen sein, dass unsere Kirche zwar eine Achterbahn der Gefühle durchmacht, aber am Ende steht nicht der Tod, sondern das Leben. Dieses leuchtende Kreuz ist für uns ein Hoffnungszeichen für unser Leben und für unsere Welt.

 

So verbleibe ich mit dem Segen Gottes für diese Osterzeit, in der wir spüren können „Christus lebt mit ihm auch ich“, mit einem Treu Kolping.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat April

Kraftquelle im Alltag - Handyfasten

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

wie geht es euch, wenn ihr das Handy mal vergessen habt. Viele erleben es als Belastung. Dabei ist eine Nichterreichbarkeit ein Zugewinn an Freiheit. Wir haben in der Fastenzeit noch Zeit, in der wir auf das Handy verzichten können.

 

Ich kenne Familien, die vereinbart haben, dass die Handys in die Aufladestation kommen. Das tut der ganzen Familie gut. Eltern können mit den Kindern spielen. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass jemand ständig durch Anrufe oder Nachrichten unterbrochen bzw. abgelenkt wird.

 

Auch Firmen erwarten, gerade wenn sie international tätig sind, dass die Erreichbarkeit weit ausgedehnt ist.

 

Rund um die Uhr erreichbar zu sein, ist aber gegen den Biorhythmus des Menschen und macht auf Dauer krank. Deshalb sind hier Regeln wichtig.

 

Was die frühe Kirche mit Askese gemeint hat - Einübung in ein gutes Leben, indem ich auf manches verzichte - das könnte heute neue Formen annehmen: ein zeitweises Verzichten auf Erreichbarkeit.

 

Sinnvoll ist auch ein Verzicht darauf, dass ich immer gleich antworten muss. Es gibt Menschen, die ihr Smartphone mit ins Bett nehmen, aus Angst, sie könnten etwas versäumen.

 

Doch damit versäumen sie das Wesentliche: die Ruhe in der Nacht, den gesunden Schlaf und die innere Freiheit, die wir für die Gestaltung unseres Lebens nötig haben.

 

So wünsche ich euch mit einem zeitweisen Handyfasten gute Erfahrungen in der Fastenzeit. Vor allem: Genießt die Freiräume, in denen niemand zu Euch durchkommen kann, weil du bei dir selbst angekommen bist und nun ganz bei dir bist.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat März

Fastenzeit - 40tägiges Trainingslager

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

in diesem Monat beginnen wir am Aschermittwoch die Fastenzeit. Viele haben sich den Vorsatz vorgenommen, ihre Lebensführung zu überprüfen und wenn nötig auch zu korrigieren.

 

Es schleift sich im Laufe eines Jahres vieles ein, was die eigentliche Lebensform immer wieder stört. So kann es für uns eine Hilfe sein, wenn es im Rhythmus des Jahres besondere Zeiten und Tage gibt. Sie sollen uns helfen, unser Leben wieder konsequenter zu führen.

 

Der Aschermittwoch ist so ein Tag, für den gilt, wie es im 2. Timotheusbrief steht: "Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."

 

Diese Besonnenheit wird bei der Aschenkreuzauflegung deutlich, wenn es heißt: "Bedenke, Mensch..." Nachdenken, dem Leben eine Form geben, die Sehnsucht zu dir sprechen lassen, ihr nachfolgen und Gott um Kraft bitten.

 

So ist es natürlich, dass wir uns für die vierzig Tage der Vorbereitung auf Ostern etwas vornehmen, was wir gerne anders oder besser haben möchten. So sollen wir durch die Übungen der Lebensdisziplin, dem Geheimnis Gottes wieder mehr auf die Spur kommen. Wir sollen uns vergewissern, dass Gott unser Leben begleitet und dass er nicht aufhört bei mir persönlich und in der Welt zu wirken.

 

Nehmen wir uns für diese Wochen ein paar Minuten Zeit - jeden Tag, oder wenigstens einmal in der Woche - über folgende Fragen nachzudenken: Was hat mich an diesem Tag nachdenklich gestimmt? Wo habe ich die Größe Gottes gespürt, der mein Leben trägt, der mir aber auch Kraft zum Zupacken gibt?

 

Dieses vierzigtägige "Trainingslager" soll uns wieder körperlich und seelisch fitter machen. Dabei sollen wir aber die Ausrichtung auf Gott hin nicht vergessen. Es geht in diesen vierzig Tagen um unser Unterwegssein zu Gott.

 

So verbleibe ich mit dem Segen Gottes für diese Fastenzeit, dass ihr euren Vorsatz durchhalten könnt, mit einem Treu Kolping.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

Christus - das Licht der Welt

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Das neue Jahr hat uns bereits wieder voll umfangen. Die Tage werden länger und damit auch die Vorfreude, dass die Sonnenstunden immer mehr werden.

 

Am Anfang des Jahres am 2. Februar stellt uns die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn vor Augen. Die Eltern Jesu haben nachdem Gesetz des Mose ihren erstgeborenen in die Kirche gebracht, um ihn dem Herrn zu weihen.

 

Auch sollte ein zweiter Ritus gefeiert werden. Die Mutter sollte zur „Reinigung“ ein Schaf und eine Taube an den Priester übergeben. So verweist uns dieses Fest sowohl auf Jesus, als auch auf Maria.

 

Am 2. Februar werden die Kerzen gesegnet, die im Laufe des Jahres im Gotteshaus verbrannt werden. Mit den Lichterprozessionen soll daran erinnert werden, dass wir alle Christus entgegengehen sollen.

 

Auch wenn dieses Fest „Maria Lichtmess“ benannt wurde und der Brauch der Kerzensegnung im Bewusstsein der Gläubigen fest verankert ist, ist dieses Fest ein Herrenfest. Das betont schon der Titel „Darstellung des Herrn“.

 

Auch im weltlichen Bereich hatte in früheren Zeiten Maria Lichtmess eine Bedeutung. Das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft endete an diesem Tag. So kam es nicht von ungefähr, dass an diesem Tag den Mägden und Knechten ihr Lohn ausbezahlt wurde.

 

Sie konnten von diesem Tag an ein paar freie Tage genießen. Auch konnte an diesem Tag der Wechsel des Arbeitgebers vollzogen werden. Sowohl die „Arbeitgeber“ konnten den Arbeitskräften den Laufpass geben, als auch die Mägde und Knechte konnten von sich aus kündigen und anderswo eine neue Stelle antreten.

 

Bei der Darstellung des Herrn im Tempel wurde Christus als das Licht bezeichnet. Kerzen erleuchten unsere Umgebung und unser Leben. So soll Christus das Licht auch unser Leben erleuchten.

 

Dieses Licht dürfen wir nicht für uns behalten, sondern müssen es weitergeben, damit die Menschen um uns herum erleuchtet werden von der Botschaft Christi. Sie bekommen dadurch Hoffnung für ihr Leben.

 

So verbleibe ich mit dem Wunsch, dass wir alle Lichtträger sind mit einem Treu Kolping.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

Cum deo - mit Gott


Liebe Kolpingfreunde,

 

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit. Wir haben immer in jedes neue Heft auf die erste Zeile die Worte „Cum Deo“, das heißt übersetzt: mit Gott geschrieben.

 

Auch ich möchte gleichsam auf die erste Zeile des neuen Jahres diese beiden Wörter: Cum Deo“ schreiben. Nehmen wir es uns als Motto für dieses neue Jahr, dass Gott uns bei all unseren Unternehmungen mit seinem Segen begleiten möge.

 

Wir wissen nicht, was uns das neue Jahr bringen wird. Aber wir legen es vertrauensvoll in seine Hände. Gleichzeitig bitten wir Gott darum, dass er uns durch die Höhen, aber besonders durch die Tiefen sein Weggeleit zusagen möge.

 

Wenn ich so in die Zukunft hineinschaue, so hat jeder von uns viele Wünsche für das kommende Jahr. Jeder seine eigenen. Ich glaube aber auch, dass wir alle miteinander arbeiten müssen, damit diese Wünsche in Erfüllung gehen.

 

Was mir immer mehr auffällt in unserer Gesellschaft ist, dass sich die meisten Menschen nur um sich selber kreisen und den Blick auf unsere Mitmenschen verloren haben. Beispiel ist für mich der Ausspruch des amerikanischen Präsidenten nach der Wahl "America first“.

 

Nur auf sich selber zu schauen, nur in den eigenen Grenzen alles versuchen zu regeln und alle anderen sollen sich danach richten, das ist für mich im Rahmen des Globalisierungsprozesses die falsche Richtung.

 

Auch könnte man hier den Brexit anfügen. Sich von den anderen lossagen, ohne sich über die Konsequenzen klar zu werden. Dies sind nur zwei Beispiele aus dem Weltgeschehen, die auf den Egoismus der Menschen hindeuten.

 

Für uns alle ist es eine Aufgabe, den Egoismus zu durchbrechen und wieder mehr den Blick auf die Mitmenschen zu richten. Wieder mehr zu sprechen, als lange Abhandlungen zu schreiben, wieder mehr den Mitmenschen - auch in unserer Kolpingsfamilie - zu unterstützen, als selber für sich alles zu raffen.

 

Wenn uns das gelingt, dann kann in unserer Umgebung und in unserem Staat ein bisschen von dem Licht aufleuchten, das uns durch Jesus in der Krippe geschenkt wurde.

 

So verbleibe ich verbunden mit dem Wunsch - cum deo - auf ein von Gott gesegnetes Jahr mit einem Treu Kolping.

 

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

neue Gottesdienstvorschläge für Kolpinggedenktag 2019

Seminar im Hochseilgarten für Paare, die heiraten wollen

vom 03. bis 05. April 2020

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