Geistlicher Impuls für den Monat Mai

Durch Maria zu Jesus

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

vor uns liegt der Wonnemonat Mai. Die Natur beginnt zu sprießen, neues Leben kommt in die Bäume, Pflanzen und Sträucher.

Der Monat Mai ist aber auch der Gottesmutter geweiht. In vielen Pfarrgemeinden und Kolpingsfamilien werden Maiandachten gestaltet und gefeiert. Maria steht im Mittelpunkt des Monates Mai.

Der Ursprung der Maiandachten liegt in Italien. In Ferrara feierte die Ordensgemeinschaft der Kamillianer 1784 zum ersten Mal jeden Abend im Mai eine Marienandacht. Papst Pius VII., der die Befreiung aus der Gefangenschaft durch Napoleon (1814) der Fürsprache der Gottesmutter zuschrieb, empfahl die Maiandacht. Die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 brachte einen zusätzlichen Aufschwung für die neue Form, die sowohl als öffentliches Gebet in der Kirche als auch privat an einem Maialtar zu Hause vollzogen wurde. Ich kann mich noch gut an die Maiandachten erinnern, die ich zusammen mit meinen Eltern zu Hause vor dem Maialtärchen gebetet habe. Dadurch ist mir Maria sehr an Herz gewachsen.

Gott wird in den Maiandachten für Maria gepriesen. Die Gestalt Mariens steht im Mittelpunkt der einzelnen Andachten. Hier werden Aspekte ihres Lebens meditiert. Dabei wird Maria immer im Heilsplan Gottes mit den Menschen gesehen. Die Betrachtung ihres Lebens zeigt Maria als Urbild der Kirche und als Modell des Glaubens.

So wünsche ich Euch allen, dass auch Ihr die Beziehung zur Gottesmutter Maria pflegt, von ihr Hilfe und Trost bekommt. Für uns Christen ist Maria die Mittlerin zu Jesus. So wie Kinder immer gerne zur Mutter kommen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben, dürfen auch wir mit unseren Bitten zu Maria kommen. Sie trägt sie vor Christus.

So wünsche ich euch allen einen schönen Marienmonat Mai. Nehmt diesen Monat wieder zum Anlass, die Beziehung zu Jesus wieder neu zu überdenken.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat April

Aber sie - wie mit Blindheit geschlagen - erkannten ihn nicht. (Lk 24, 16)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

die Jünger, die nach dem Tod Jesu nach Emmaus "fliehen", nehmen gar nicht wahr, wer sie da eigentlich begleitet. Für sie ist Jesus ein Fremder. Denn sie - wie mit Blindheit geschlagen - erkannten ihn nicht.

Ich denke, dass es uns manchmal genau so geht, wie den Emmausjüngern aus dem Lukasevangelium. Es gibt Situationen in unserem Leben, da fällt uns sehr schwer der Osterbotschaft zu vertrauen.

Doch ER ist da - egal, ob wir ihn erkennen oder nicht. ER ist es, der mit uns mitgeht, der zuhört und uns die Liebe Gottes spüren lässt.

Doch manchmal sind wir wie die Jünger: wie mit Blindheit geschlagen und sehen nur das, was wir sehen wollen. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn uns Zorn, Wut und Ärger auffrisst. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn Angst und Verzweiflung uns bedrohen.

Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn wir große Enttäuschungen und Verluste hinnehmen müssen. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn wir Leid, Trauer und Krankheit aushalten müssen.

Doch Jesus öffnet den Jüngern die Augen. Sie sehen plötzlich mehr. Sie erkennen und spüren, dass ihr Freund mitten unter ihnen ist.

Das Wundervolle ist, das Jesus dafür nichts Besonderes getan hat. Er ist einfach nur ein Stück weg mitgegangen, er hat aufmerksam zugehört, er hat mit ihnen gesprochen und er hat mit ihnen gegessen. Eigentlich nichts Besonderes. Doch gerade in diesen unscheinbaren und alltäglichen  Situationen erkennen unsere Freunde aus Emmaus ihren Jesus Christus.

Zugegeben, es nicht immer einfach, diesen Jesus in seinem Leben zu entdecken. Doch eines ist gewiss: ER ist da, er ist bei uns als der Auferstandene und auch wir können ihnen erleben, wenn wir besonders auf das Alltägliche und Unscheinbare achten.

Er ist da, in Menschen, die zuhören.

Er ist da, in Menschen, die uns verzeihen.

Er ist da, in Menschen, die uns ihre Freundschaft schenken.

Er ist da, in Menschen, die uns lieben.

Er ist einfach da - trotz allem!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat März

Fastenzeit - „Trainingslager der Menschlichkeit“

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Der Theologe Ulrich Lüke bezeichnet in seinem Buch „Einladung ins Christentum“ die Fastenzeit als „eine Art Trainingslager der Menschlichkeit“.

Dazu gehören für ihn drei Trainingseinheiten:

  • Authentizität (sei du selbst, denn so sieht dich Gott),
  • Solidarität (spare Zeit, Geld und Zuwendung und investiere sie für andere)
  • Spiritualität (finde Trost, Ermutigung und Hoffnung bei Gott und definiere dein Ziel neu).

Das Bild ist sehr treffend: Denn eine Trainingszeit ist manchmal mühsam, hart und unangenehm, wird aber dadurch belohnt, dass die Trainierenden einen höheren Grad körperlicher, geistiger oder spiritueller Fitness erreichen.

In der Fastenzeit sollen wir unseren Blick mal auf uns selber richten. Wir sollten uns selber mal in den Mittelpunkt stellen? Fragen wir uns doch mal: Was ist unser Fundament, auf was richten wir unser Leben aus? Spielt Gott in meinem Leben als Kolpingschwester und Kolpingbruder eine wichtige Rolle?

Wenn wir auf dem Fundament Gottes zu uns selber stehen können, wenn wir unser Glaubensfundament wieder verdichten, stehen wir zu uns selber. Dann erst können wir unsere Fühler zu unseren Mitmenschen ausstrecken und ihnen mit Rat und Tat beistehen.

Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, dann finden wir Zeitfenster für andere. Nichts ist in unserer heutigen schnelllebigen Welt wichtiger als den Menschen unsere Zeit zu schenken, mit ihnen zu reden und ihnen damit zu zeigen, dass sie für uns wichtig sind.

Wenn wir uns um andere kümmern, werden wir wahrnehmen, wie auch unsere Beziehung zu Gott intensiver wird. Nicht nur die Tat ist wichtig, sondern auch das tägliche Gebet führt uns näher zu dem Geheimnis, das wir an Ostern feiern.

Treten wir in der noch verbleibenden Zeit der Fastenzeit ein in das „Trainingslager der Menschlichkeit“.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

„Was die Erde nicht bieten kann, das findet der Christ unter dem Kreuz!“

(Adolph Kolping)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

in der Fastenzeit werden wir wieder eingeladen, den Kreuzweg zu beten. Wenn wir uns auf dieses Gebet einlassen, was werden wir wohl unter dem Kreuz finden? Auf den ersten Blick werden wir nur Leid, viele Fragen, Unverständnis, Unmenschlichkeit, Hass und schließlich den Tod finden!

 

Doch für Kolping bietet das Kreuz mehr - etwas, dass die Erde tatsächlich nicht bieten kann. Es ist ein Geschenk, das nur im Glauben und im Vertrauen auf einen lebensbejahenden Gott angenommen werden kann. Dabei geht es um die Kernbotschaft unseres Glaubens: Deinen Tod, oh Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir! Darin liegt das Geheimnis.

 

Adolph Kolping wusste das. Er hat gespürt, erlebt und darauf vertraut, dass Gott in den dunkelsten Stunden dem Menschen ganz nahe ist. Aus dieser Zuversicht heraus, konnte er all den Herausforderungen des Lebens und allen Unmenschlichkeiten zum Trotz etwas entgegensetzen: „So weit Gottes Arm reicht, ist der Mensch nie ganz fremd und verlassen. Und Gottes Arm reicht weiter, als Menschen denken können!“

 

Lasst uns beten:

Herr Jesus Christus, du bist der Arm, der weiter reicht, als wir denken können. Bis in die dunkelsten Stunden unseres Lebens hinein reicht dein Arm. Du selbst bist diesen Leidensweg uns voraus gegangen. Du hast am eigenen Leib erfahren zu was Menschen im Stande sind und was Menschen erleiden müssen. Doch du bist diesen Weg trotz Zweifel und Angst konsequent weiter gegangen. Von dir wissen wir, dass es sich lohnt, der Liebe Gottes zu vertrauen. Der Arm der Liebe lässt uns nicht im Tod, er führt uns wieder auf den Weg ins Licht. Dafür danken wir und um diese Gewissheit bitten wir dich, wenn wir auf das Kreuz blicken. Amen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

Neues Jahr - neues Glück!


Liebe Kolpingfreunde,


neues Jahr, neues Glück! - so hört man es Anfang des Jahres immer wieder sagen.
Ich finde diese Aussage zu kurz gedacht. In diesem Satz stecken nämlich nur zwei Blickrichtungen. Die eine blickt in die Vergangenheit und trauert dem nach, was alles nicht erreicht wurde, was sich nicht erfüllt hat, was nicht gelungen ist. Die andere Richtung blickt in die Zukunft, verbunden mit vielen Hoffnungen, Wünschen und Erwartungen. Doch was ist eigentlich mit der Gegenwart? Zu selten werfen wir den Blick auf das Jetzt. Das Hier und Heute in den Blick zu nehmen, darauf kommt es doch eigentlich an. Nur dann kann ich doch etwas erreichen, verändern und bewegen.
Der Blick zurück in die Vergangenheit mag durchaus wichtig und sinnvoll sein, aber nur, wenn man sich nicht im Jammertal verliert. In die Vergangenheit zu blicken, um daraus zu lernen, muss unsere Absicht sein. In die Zukunft blicken ist ebenfalls notwendig, aber nicht, um sich Träumereien hinzugeben, sondern um mögliche Folgen und Konsequenzen zu bedenken. Die Erkenntnisse aus beiden Blickrichtungen sollen dann unser Handeln im Hier und Heute prägen. So werden wir feststellen, dass keine Zeit mehr bleibt nur im Jammertal zu verharren oder in eine Traumwelt zu flüchten. Zu viele Menschen leben am Rand der Gesellschaft und kämpfen tagtäglich ums Überleben.

Es liegt also auch mit an uns, was wir mit unserer Zeit machen. Wir müssen JETZT anfangen Kolpingschwestern und Kolpingbrüder zu sein. Dafür ist es nie zu spät. In diesem Sinne: Neues Jahr, neues Glück! Packen wir das JETZT an!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Programmheft 2018

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