Geistlicher Impuls für den Monat April

Ostern - Fest der Hoffnung

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Was für eine Zeit! Dieses Jahr werden wir Ostern in einer ganz besonderen Art und Weise feiern müssen. Vor mir steht die Osterkerze des Jahres 2020. Sie wurde mir von einem Kolpingmitglied liebevoll gebastelt. Ich habe sie nun vor dem Kreuz in meinem Arbeitszimmer aufgestellt. Ist es nicht ein wunderbares Zeichen: Tod und Auferstehung, Gottvertrauen und Hoffnung.

 

Ja, dieses Jahr ist plötzlich alles ganz anders. Jeder feiert zu Hause für sich Ostern, aber trotzdem verbunden im Gebet miteinander. Diese Gebetsgemeinschaft habe ich gespürt, als wir in der Hauskapelle des Kolpinghauses in Regensburg „Mit Adolph Kolping den Kreuzweg“ beteten. Wir haben die neuen Medien genutzt, um mit den Menschen zu Hause Gebetsgemeinschaft zu pflegen und ihnen damit Hoffnung und Zuversicht zu schenken.

 

Diese Gemeinschaft im Gebet werden wir auch an den Ostertagen pflegen. Ich werde stellvertretend für euch alle diese Kerze während der Osterliturgie entzünden; nicht in einer großen Kirche zusammen mit vielen Gläubigen, sondern zu Hause in meiner Wohnung, wenn ich für mich allein, aber für euch alle, die Ostertage feiere.

 

Ich glaube, wir brauchen ganz besonders in dieser Zeit dieses "Lumen Christi", Christus das Licht. Am Anfang der Liturgie in der Osternacht wird die geschmückte Osterkerze in die dunkle Kirche getragen.

 

Das Kreuzzeichen der Osterkerze sagt uns: Jesus hat das Leid der Menschen auf sich genommen und es am Kreuz von Golgotha gesühnt.

Wir glauben aber: Jesus ist nicht im Dunkel geblieben, sondern hat uns durch seine Auferstehung neues Leben, ein Leben in Licht und in Fülle geschenkt.

 

Darum können wir ganz besonders in dieser Zeit, wo alles auf Null gedreht ist und wir im Moment noch nicht wissen, wie es weitergeht, hoffnungvoll in die Zukunft schauen, weil Gott uns durch Jesus die Auferstehung geschenkt hat.

 

Nach Leid und Tod folgt Auferstehung. Das ist die Grundlage für uns alle, dass wir miteinander Ostern feiern können. Dies glauben wir und darauf vertrauen wir.

 

So rufe ich Euch und euren Familien auf diesem Wege ein gesegnetes, gnadenreiches Osterfest zu. Beten wir in diesen schweren Zeiten füreinander. Lassen wir die Menschen um uns herum nicht allein, die unsere Hilfe brauchen. Ebenso wünsche ich Euch allen: Bleibt’s gesund.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat März

Heimat

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

der Umzug des Diözesanbüros in das neu renovierte Obermünstergebäude ist vollzogen. Wie das so bei einem Umzug ist, fehlt es noch nach Kleinigkeiten. Dies soll uns aber in unserem Tatendrang nicht bremsen.

 

Auch wenn das Gebäude das alte ist, so haben wir doch neue Zimmer und vorallem neue Möbel bekommen. Es ist nicht mehr so, wie es war. Wir müssen uns neu eingewöhnen, das bedeutet aber auch, dass wir uns in der neuen Umgebung heimisch fühlen sollen.

 

So kam ich auf die Idee, über das Thema "Heimat" nachzudenken. Jeder Mensch hat eine Heimat, dort fühlen wir uns wohl, da sind wir daheim. Da kann ich so sein wie ich im Moment sein will. Ich brauche nicht auf Etikette achten.

 

In der Heimat ist mir alles vertraut. Hier fühle ich mich sicher, ich kann Vertrauen schöpfen. Jeder kennt meine Schwächen und Fehler, aber auch meine Stärken. Ich brauche mich nicht zu verstellen. Es entsteht ein Gefühl der Geborgenheit und Schutz.

 

Dieses Gefühl lässt sich nicht nur auf den Wohnort anwenden, sondern auch auf Menschen, die man gerne hat. Besonders lernt man die Bedeutung des Gefühles von Heimat erst kennen, wenn man die behütete Umgebung verlassen muss. Dann entsteht oft Heimweh. Man lebt in der Erinnerung an schöne Erlebisse und Ereignisse.

 

Heute muss man den Begriff Heimat weiter definieren. Menschen aus verschiedenen Ländern können sich leichter begegnen. Dadurch ist ein großer Austausch der verschiedenen Kulturen möglich. Viele Flüchtlinge müssen sich in der neuen Umgebung eine neue Heimat schaffen. Dies ist oft nicht so einfach.

 

Adolph Kolping hat folgendes im katholischen Volkskalender 1862, S. 3 über Heimat geschrieben: "Keinen Ort auf der Welt gibt es, wo die Menschen zu reiche und so reine Liebe geboten wurde, wo sorgsam ihre Augen über ihn wachten, geschäftigere Hände für ihm sorgten als daheim, wo ins Menschenherz das Fundament gelegt wird für seine ganze Zukunft."

 

So wünsche ich euch allen, dass auch euch eine feste Grundlage in euer Herz gelegt wurde, dass ihr auch weiterhin diese Heimat in eurem Herzen tragen könnt und auch anderen das Gefühl der Heimat in der Fremde schenken könnt.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

Umzug - Zeit für Geduld

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

ein Umzug steht bei uns in unserem Diözesanbüro im Februar an.

Was heißt das für uns? Wir müssen unser Übergangquartier - das ehemalige Krankenhaus am Emmeramsplatz - verlassen.

 

Alles muss mit: Möbel, Computer, Ordner, Geschirr, alles, was wir notwendig zum Arbeiten und zum Leben brauchen, muss eingepackt und verstaut werden. Hektisch geht es in den Büros und auf den Gängen zu.

 

Ein sinnvolles Arbeiten ist kaum möglich. Die Umzugsfirma nennt uns den Termin, an dem es soweit ist. Sie bringen unsere Habseligkeiten in unser angestammtes Haus, am Obermünsterplatz. Jeder will beginnen mit dem Auspacken, aber die Teile sind noch auf dem Weg. Geduld ist gefragt.

 

So freuen wir uns, wenn es nun am nächsten Tag soweit ist und alles wird vor unseren Büros am Gang abgestellt. Gott sei Dank!

 

Wer schon einmal umgezogen ist, der weiß, dass es immer mit Wehmut und Hoffnung, aber auch mit Unbehagen verbunden ist. Wir müssen aus unseren Büros, aus unseren Wohnungen heraus.

 

Es erwartet uns etwas Neues, etwas Schönes. Wir brauchen sicherlich ein paar Tage um uns in der neuen Umgebung wieder wohl zu fühlen. Die Vorfreude steigt. Hoffenlich können wir bald unsere Büros einräumen und versuchen, sie so gut wie möglich wohnlich zu machen. Bei all dem ist Geduld gefragt, wahrlich.

 

Adolph Kolping gibt uns ein schönes Wort mit auf den Weg. "Die Hauptsache ist, daß man selbst den Mut nicht sinken läßt, daß man die Geduld nicht verliert, sich in der Treue an der Sache nicht wankend machen läßt." (KS 2, S.169)

 

Dies gilt für alle Bereiche unseres Lebens, auch in einer Situation des Umzugs.

 

So wünsche ich euch allen, dass ihr in eurem Leben immer mehr lernt, mit Geduld an Sachen heranzugehen, die wie ein großer Berg vor uns liegen. Mit Gottes Hilfe können wir dies schaffen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

Jeder Mensch ist ein Mosaikstein


Liebe Kolpingfreunde,

 

wieder hat ein neues Jahr begonnen. Wir haben das Alte Jahr in Gottes Hände zurückgelegt. Unsere Blickrichtung geht nach vorne.

 

So möchte ich Euch im neuen Jahr ein Gebet ans Herz legen. Ich habe es auf einem Abreißkalender gefunden, der mich das ganze Jahr mit schönen Sprüchen begleitet.

 

Dieses Morgengebet wird der Heiligen Theresia Benedikta vom Kreuz - Edith Stein zugeschrieben. Die geborene Jüdin konvertierte am 1. Januar 1922 zum katholischen Glauben, wurde Karmeliternonne und starb als Martyrerin am 9. August 1942 in der Gaskammer in Auschwitz.

 

"Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen

leg‘ ich meinen Tag in deine Hand.

Sei mein Heute, sei mein gläubig Morgen,

sei mein Gestern, das ich überwand.

 

Frag‘ mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen,

bin aus Deinem Mosaik ein Stein.

Wirst mich an die rechte Stelle legen,

deinen Händen bette ich mich ein."

 

Dieses Gottvertrauen, das Edith Stein an den Tag gelegt hat, kommt aus der innigen Beziehung zu Gott im Gebet. In Gottes Hand sind wir geborgen. Er lässt uns nicht im Stich egal, was uns das neue Jahr bringt. Schauen wir vertrauensvoll in die Zukunft und legen wir auch unser Leben in Gottes Hände.

 

So wünsche ich allen für das neue Jahr 2020 alles Gute, viel Erfolg, Gesundheit und vorallem den Segen Gottes. Lassen wir uns auf Gott ein, so wie dies auch unser seliger Gesellenvater Adolph Kolping getan hat.

 

Denn als kleines Mosaiksteinchen sind wir eingearbeitet in das Große unseres Glaubens und sind daher einmalig. Ja unser Leben ist eingebunden in das Fundament des Glaubens, das allen Anfechtungen standhalten kann.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Jahresprogramm 2020

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