Geistlicher Impuls für den Monat November

An die Verstorbenen denken

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

auch wenn wir den Tod in unserem Leben recht weit wegschieben, so erinnert uns der Allerseelenmonat November an die Menschen, mit denen wir gelebt haben und die aus unserem Leben zu Gott heimgekehrt sind.

 

Im Bewusstsein des Zeitgeistes steht nicht so sehr das Gedenken an die lieben Verstorbenen im Mittelpunkt. Eine Welle des Gruselns und Grauens steht am Vorabend von Allerheiligen im Zentrum des Partyvolkes.

 

Halloween, der Vorabend von Allerheiligen, der von den Kelten gefeiert wurde als der Abend an dem die Seelen der Toten zu ihren Heimen wieder auf die Erde zurückkommen. Die irischen Auswanderer brachten diese Tradition mit nach Amerika und von dort kam der Brauch seit den 1990er Jahren zu uns nach Deutschland zurück.

 

Für uns Christen steht aber das Gedenken an die Verstorbenen im Allerseelenmonat im Mittelpunkt. So möchte ich dieses Gedenken mit einem Impuls von Anselm Grün verdeutlichen.

 

"Im Allerseelenmonat lade ich dich ein, dich mit einem deiner lieben Verstorbenen zu beschäftigen, mit den verstorbenen Eltern oder Großeltern, mit verstorbenen Freunden oder auch mit einem Kind, das früh verstorben ist.

 

Schließ die Augen und stelle dir diesen Verstorbenen vor: Was hat er gelebt? Welche Lebensspur hat er in diese Welt eingegraben? Welche Spur hat er in dein Herz eingegraben?

 

Erinnere dich an die Worte, die der oder die Verstorbene zu dir gesprochen hat, an die Liebe, die du durch sie erfahren hast.

Und stelle dir vor: Das, was der oder die Verstorbene dir geschenkt hat an Liebe, Güte, Milde, Barmherzigkeit, an Ermutigung und Stärkung, das ist jetzt in dir. Das bleibt in dir. Das ist nicht einfach weg.

 

Und es ist zugleich in Gottes Ewigkeit aufgenommen. Es verbindet dich jetzt mit den Verstorbenen. Und es verbindet dich jetzt mit Gott. Denn in ihm leben die Verstorbenen jetzt.

 

Die Liebe, die die Verstorbenen dir erwiesen  haben,  ist  in die ewige Liebe Gottes aufgenommen. Und das Licht, das sie in deinem Herzen entzündet haben, leuchtet jetzt als ewiges Licht.

 

Und so berührt dich in ihrer Liebe Gottes unendliche Liebe und in dem Licht, das durch sie in deinem Herzen aufgestrahlt ist, leuchtet Gottes ewiges Licht in dir." (Grün, einfach leben, November 2018, S.12)

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Oktober

„Iss, sonst ist der Weg zu weit für dich!“

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

jetzt im Herbst möchte ich über die Bibelstelle nachdenken, wie wir sie im ersten Buch der Könige (Kapitel 19, Verse 4-8 ) lesen können: „Iss, sonst ist der Weg zu weit für dich!“

 

Elija stand auf und aß und trank und wanderte, durch die Speise gestärkt bis zum Gottesberg Horeb. Dort aber begegnet ihm Gott und Elija darf seine tiefste Gotteserfahrung machen.

 

Für mich ist dieser Abschnitt eine vertraute Geschichte, die mich immer wieder aufs Neue anspricht. Eine Geschichte, die ich gerne höre und lese. Sie erzählt von urmenschlichen Erfahrungen, wie sie viele von uns auf ihre je eigene Weise machen. Da ist die Rede von Ende und Neubeginn. Da ist das Bild vom Leben als Weg - der Lebensweg, an dessen Ende Gott selbst steht.

 

Es ist eine Geschichte, die Fragen oder Erinnerungen zu wecken vermag: Vielleicht ist einer, eine von uns in solch einer Lebensphase, wo etwas zu Ende geht, etwas Neues beginnen soll, vielleicht eine neue Wegstrecke.

Ich denke hier ganz besonders an die jungen Menschen, die eine Lehre angepackt haben oder diejenigen, die gerade mit dem Studium anfangen, aber auch an die, die in einer fremden Umgebung eine neue Arbeitsstelle beginnen.

 

Wenn wir einen Neubeginn wagen brauchen wir viel Kraft. Wir sollen uns nicht nur durch eine kräftige Brotzeit stärken. Für uns Christen kann aber neben dem Brot auch Jesus das Brot des Lebens sein. Er will uns damit Kraft geben unser Leben zu meistern. Jesus begleitet uns auf dem Weg unseres Lebens mit all seinen Höhen und Tiefen, in unserem Alltag mit all seinen Pflichten und Sorgen, aber auch mit allem, was unser Leben schön und lebenswert macht.

 

Vergessen wir im Alltag unsere Wurzeln im Glauben nicht, lassen wir uns immer wieder von Gott, von seinem Geist führen. Gehen wir auf unsere Mitmenschen zu, um ihnen zu zeigen und zu sagen, wir sind auf dem richtigen Weg, hin zu Jesus.

 

So wünsche ich Euch, dass ihr euch stärkt, um den Lebensweg bestehen zu können.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat September

Erheb deine Stimme - Jetzt!

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Menschen gehen auf Menschenjagd. Das Beuteschema: Ausländer, Homosexuelle, Journalisten, Andersdenkende. Das sind keine Szenen aus einem Actionthriller oder Horrorfilm. Das ist Realität. Darauf folgen empörende Aussagen und Verurteilungen. Dann geht der Alltag wieder weiter. Leider ist diese Tatsache wirklich Alltag geworden.

 

Hooligans, Nazis und rechte Extremisten schaffen es, sich in kürzester Zeit zu vernetzen, sich zu verabreden um dann lautstark ihre Hassparolen in die Mitte der Gesellschaft zu brüllen.

 

Schlimm genug, dass diese hasserfüllten „Mitbürger“ die demokratische Freiheit missbrauchen, ihre menschenverachtenden Parolen loszuwerden. Doch, dass gewählte Volksvertreter für diese Menschenjagd Verständnis aufbringen, die Wut dieser Menschen rechtfertigen und dieses Verhalten sogar noch bestärken, macht einen nur noch sprachlos.

 

Und genau diese unsere Sprachlosigkeit verstärkt das laute Geschrei und wirkt dadurch nur noch lauter. Herrscht deswegen Sprachlosigkeit, weil sich die eine oder der andere denkt: "A bissl Recht hams ja scho!" Herrscht deswegen Sprachlosigkeit, weil sich die eine oder der andere denkt: "Mei, was kann ich schon dagegen machen?" Herrscht deswegen Sprachlosigkeit, weil wir unsere Stimmen bei der Wahl im wahrsten Sinne des Wortes abgegeben haben?

 

Wieso schaffen wir es nicht, uns zu vernetzen und zu verabreden, um dann unsere Stimmen für Menschenwürde, Freiheit und Demokratie zu erheben? Gerade wir als Christen, die sich auch noch Kolpingschwestern und -brüder nennen, sind doch dazu berufen uns lautstark bemerkbar zu machen, wenn Menschen vorverurteilt, ausgegrenzt, abgeschoben und ausgebeutet werden.

 

Unsere Demokratie braucht eine Stimme, die geprägt ist vom Evangelium Jesu Christi! Unsere Demokratie braucht mutige Menschen, die wie Adolph Kolping auf die Straße gehen und ihre Stimme erheben.

Die Zeit der Sprachlosigkeit muss ein Ende haben. Jetzt!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. MItarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat August

Ferien - Urlaub

 

Liebe Kolpingrfeunde,

 

„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Diesen Ausspruch von Sir Winston Churchill möchte ich an den Anfang meines geistlichen Wortes stellen. Zeigt er doch, dass es ganz wichtig ist, gerade in den Ferien, im Urlaub etwas besonders zu machen.

 

Der Monat August ist ein ganz besonderer Monat. Viele von uns freuen sich ganz besonders auf diesen Ferienmonat. So haben viele unserer Mitmenschen haben zusammen mit ihren Kindern Ferien bzw. Urlaub. Etwas ganz besonderes. Viele zieht es weit weg, viele machen aber auch zu Hause Urlaub auf Terrassen und Balkonen.

 

Das wichtigste aber ist: Jeder Mensch braucht im Laufe eines Jahres Zeit, um sich vom Laufrad des Berufes zu erholen, aber auch im wieder zu sich selber zu kommen. Viele nehmen die Ferien zum Anlass Aktionen zusammen mit der Familie zu planen.

 

Auf was kommt es nun an, um sich gut zu erholen im Urlaub. Zunächst muss unser Körper zur Ruhe kommen. Ständig zu arbeiten, sich zu konzentrieren und auf Achse zu sein, das ist anstrengend. Wichtig ist aber auch, dass wir nicht immer und überall erreichbar sein müssen.

 

Nehmt die Ferien, den Urlaub zum Anlass euch auf das Wichtigste in eurem Leben zu konzentrieren. Unternehmt als Familie, als Partner viel miteinander und wächst so immer mehr zusammen.

 

Zur Ruhe kommen, gechillt sein, in sich selber ruhen sind Grundlagen um im Alltag wieder bestehen zu können. So sollen wir unser Leben verlangsamen und Kraft zu schöpfen.

 

Vor kurzen haben wir auch im Sonntagsevangelium gehört, dass Jesus zu den Jüngern gesagt hat, so sollen an einen einsamen Ort kommen und sich ausruhen.

 

Neben all dem zur Ruhe kommen, ist es aber auch wichtig, dass in diese Ruhe Gott zu uns sprechen kann. Im stillen Nachdenken und im Gebet sollen wir Kraft für unser Leben bekommen. So wichtig auch das zur Ruhe kommen ist, Gott muss in diese Ruhe hineinsprechen.

 

Nehmen wir diese Tage des Urlaubes und der Ferien wieder zum Anlass, wieder einmal über unser Verhältnis zu Gott nachzudenken. Erst wenn diese Oasen der Ruhe und der Stille von Gott her gefüllt werden, wird unser Leben sinnvoll.

 

Dass du in den kommenden Wochen zur Ruhe und zur Besinnung kommst, das wünsche ich dir von gamzem Herzen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Juli

Fußball ist unser Leben

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

kaum ein Ereignis nimmt die Menschen zurzeit in unserem Land so in Beschlag wie die Fußballweltmeisterschaft. Da interessieren sich plötzlich Menschen für das Spiel mit dem runden Ball, die sonst nicht zu den Fans zählen. Menschen organisieren Zusammenkünfte, in denen sie mit Freunden den Spielen der deutschen Nationalmannschaft mitfiebern. Andere gehen dorthin, wo auf großen Leinwänden Public-Viewing angeboten wird. Viele haben sich dabei auch das Trikot ihrer Nationalmannschaft übergezogen.

 

Ich denke zurück an das Jahr 1974, in dem Deutschland im eigenen Land in München Fußballweltmeister wurde. Die Mannschaft damals hat nicht nur durch ihr Spiel beeindruckt. Sie nahmen auch einen Song für diese Fußballweltmeisterschaft auf. Es war der Ohrwurm: "Fußball ist unser Leben! … Einer für alle, alle für einen, wir halten fest zusammen!"

Gerade in diesen Tagen könnte man sagen, dass für viele Fußball ihr Leben ist, wenn viele nicht nur bei den Spielen der deutschen Mannschaft vor den Fernseher sitzen oder auch in Tippgemeinschaften versuchen, die Ergebnisse schon vorauszusehen.

 

Auch wenn Fußball, besonders in den Tagen der Weltmeisterschaft unser Leben prägt, geht das Leben seinen ganz normalen Gang weiter. Es ist schön, wenn bei vielen in das Leben von Tristesse ein positives Signal kommt. Denn wir alle wissen, dass wir das Leben nur meistern können, wenn wir ihm viel positive Signale abringen können.

 

Diese Weltmeisterschaft in Russland zeigt uns, dass das Leben von Dingen durchkreuzt wird, an die wir nicht dachten. So schmerzlich es auch ist, dass „die Mannschaft“ ausgeschieden ist, dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken. Das Leben geht weiter, anders als wir es erwartet haben: Immer positiv in die Zukunft schauen.

 

Wir als Christen brauchen in unserem Leben positive Elemente, die uns hoffentlich der Fußball in diesen Tagen noch zeigt, auch wenn die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr im Turnier dabei ist.

 

So werden wir aufgerufen, dass wir unser Leben niemals im Alleingang bewältigen können. Nur in einer Gemeinschaft bestehen wir die Herausforderungen des Lebens. Getragen von diesem Gefühl des Zusammengehörens können wir manche Klippen bewältigen.

 

Genauso wie die Spieler im täglichen Training, müssen wir uns tagtäglich in das Einüben, was uns im Leben trägt. So ist es ganz wichtig, dass wir unsere Beziehung zu Gott und zu Jesus täglich neu überdenken und auch einüben, sei es jede oder jeder persönlich oder auch in der Gemeinschaft im Glauben. Nur in Vertrauen auf ihn und im täglichen Gebet, bewältigen wir unser Leben.

 

Dann können wir vielleicht alle einmal singen, dass Gott unser Leben ist, von dem wir Zutrauen und Freude erwarten können.

Dass "Gott dein Leben ist", das wünsche ich Dir.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Juni

Suche Frieden!

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

im Mai fand in Münster wieder das große Treffen der Katholischen Laien, der Katholikentag, statt. Ich selber habe am Fernsehen die beiden Eucharistiefeiern mitgefeiert. Hier wurde, genauso wie am Eröffnungsabend, immer wieder betont, dass es nichts im Leben wichtigeres gebe als den Frieden. "Suche Frieden" so lautete das Thema des diesjährigen Katholikentages.

 

Ebenso trafen sich im Mai wieder Soldatinnen und Soldaten bei der 60. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes. "Pacem in terris" - Frieden auf Erden, so hieß das Thema dieser Wallfahrt.

 

Auch die Ministrantenwallfahrt nach Rom ist unter das Thema "Suche Frieden und jage ihm nach" gestellt. Ich glaube, dass es im Moment nichts Wichtigeres gibt in unserem Leben, als den Frieden und Gerechtigkeit. Deswegen machten diese Großveranstaltungen die Sehnsucht der Menschen nach Frieden zum Thema.

 

Vor kurzem habe ich folgende Geschichte zu diesem Thema gefunden. Ein Maler hatte ein "Haus des Friedens" gemalt. Groß und stabil, fest wie eine Arche. Die Farben freundlich und harmonisch. Eine friedliche Stimmung lag in dem Bild. Ein kleiner Junge betrachtete das Bild ganz aufmerksam. Plötzlich fragte er: "Vater, auf diesem Bild fehlt etwas. Es fehlt die Klinke an der Haustür. Wie soll denn da Friede ins Haus kommen?" Der Vater, nicht wenig erstaunt, antwortete: "Die Türklinke hat der Maler bestimmt nicht vergessen, er hat sie einfach weggelassen. Der Friede kann nur ins Haus kommen, wenn wir ihm von innen die Tür öffnen und ihn bei uns wohnen lassen."

 

Friede kann nur von mir selber ausgehen, nur wenn ich im Kleinen versuche, mit den Menschen um mich herum im Frieden zu leben, kann das Kreise ziehen. Ein schöner Vergleich ist das neue geistliche Lied, in dem es heißt: "Ins Wasser fällt ein Stein ganz heimlich still und leise, und ist er noch so klein er zieht doch weite Kreise. Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in uns're Welt."

 

Warten wir nicht ab, wann und ob der Friede zu mir kommt. Gehen wir den ersten Schritt auf die Menschen in unserer Umgebung zu. Gehen wir an die Türe und öffnen wir sie von innen, so wie es in der Geschichte beschrieben ist. Denn Friede wenn er ernst gemeint ist, kommt immer von innen. Öffnen wir also unsere Arme und unser Herz, damit wir den Frieden suchen, und bald Friede in uns und auf Erde herrschen kann.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Mai

Durch Maria zu Jesus

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

vor uns liegt der Wonnemonat Mai. Die Natur beginnt zu sprießen, neues Leben kommt in die Bäume, Pflanzen und Sträucher.

Der Monat Mai ist aber auch der Gottesmutter geweiht. In vielen Pfarrgemeinden und Kolpingsfamilien werden Maiandachten gestaltet und gefeiert. Maria steht im Mittelpunkt des Monates Mai.

 

Der Ursprung der Maiandachten liegt in Italien. In Ferrara feierte die Ordensgemeinschaft der Kamillianer 1784 zum ersten Mal jeden Abend im Mai eine Marienandacht. Papst Pius VII., der die Befreiung aus der Gefangenschaft durch Napoleon (1814) der Fürsprache der Gottesmutter zuschrieb, empfahl die Maiandacht. Die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 brachte einen zusätzlichen Aufschwung für die neue Form, die sowohl als öffentliches Gebet in der Kirche als auch privat an einem Maialtar zu Hause vollzogen wurde. Ich kann mich noch gut an die Maiandachten erinnern, die ich zusammen mit meinen Eltern zu Hause vor dem Maialtärchen gebetet habe. Dadurch ist mir Maria sehr an Herz gewachsen.

 

Gott wird in den Maiandachten für Maria gepriesen. Die Gestalt Mariens steht im Mittelpunkt der einzelnen Andachten. Hier werden Aspekte ihres Lebens meditiert. Dabei wird Maria immer im Heilsplan Gottes mit den Menschen gesehen. Die Betrachtung ihres Lebens zeigt Maria als Urbild der Kirche und als Modell des Glaubens.

 

So wünsche ich Euch allen, dass auch Ihr die Beziehung zur Gottesmutter Maria pflegt, von ihr Hilfe und Trost bekommt. Für uns Christen ist Maria die Mittlerin zu Jesus. So wie Kinder immer gerne zur Mutter kommen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben, dürfen auch wir mit unseren Bitten zu Maria kommen. Sie trägt sie vor Christus.

 

So wünsche ich euch allen einen schönen Marienmonat Mai. Nehmt diesen Monat wieder zum Anlass, die Beziehung zu Jesus wieder neu zu überdenken.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat April

Aber sie - wie mit Blindheit geschlagen - erkannten ihn nicht. (Lk 24, 16)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

die Jünger, die nach dem Tod Jesu nach Emmaus "fliehen", nehmen gar nicht wahr, wer sie da eigentlich begleitet. Für sie ist Jesus ein Fremder. Denn sie - wie mit Blindheit geschlagen - erkannten ihn nicht.

 

Ich denke, dass es uns manchmal genau so geht, wie den Emmausjüngern aus dem Lukasevangelium. Es gibt Situationen in unserem Leben, da fällt uns sehr schwer der Osterbotschaft zu vertrauen.

Doch ER ist da - egal, ob wir ihn erkennen oder nicht. ER ist es, der mit uns mitgeht, der zuhört und uns die Liebe Gottes spüren lässt.

 

Doch manchmal sind wir wie die Jünger: wie mit Blindheit geschlagen und sehen nur das, was wir sehen wollen. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn uns Zorn, Wut und Ärger auffrisst. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn Angst und Verzweiflung uns bedrohen.

Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn wir große Enttäuschungen und Verluste hinnehmen müssen. Wir sind wie mit Blindheit geschlagen, wenn wir Leid, Trauer und Krankheit aushalten müssen.

 

Doch Jesus öffnet den Jüngern die Augen. Sie sehen plötzlich mehr. Sie erkennen und spüren, dass ihr Freund mitten unter ihnen ist.

 

Das Wundervolle ist, das Jesus dafür nichts Besonderes getan hat. Er ist einfach nur ein Stück weg mitgegangen, er hat aufmerksam zugehört, er hat mit ihnen gesprochen und er hat mit ihnen gegessen. Eigentlich nichts Besonderes. Doch gerade in diesen unscheinbaren und alltäglichen  Situationen erkennen unsere Freunde aus Emmaus ihren Jesus Christus.

 

Zugegeben, es nicht immer einfach, diesen Jesus in seinem Leben zu entdecken. Doch eines ist gewiss: ER ist da, er ist bei uns als der Auferstandene und auch wir können ihnen erleben, wenn wir besonders auf das Alltägliche und Unscheinbare achten.

 

Er ist da, in Menschen, die zuhören.

Er ist da, in Menschen, die uns verzeihen.

Er ist da, in Menschen, die uns ihre Freundschaft schenken.

Er ist da, in Menschen, die uns lieben.

Er ist einfach da - trotz allem!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat März

Fastenzeit - „Trainingslager der Menschlichkeit“

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

Der Theologe Ulrich Lüke bezeichnet in seinem Buch „Einladung ins Christentum“ die Fastenzeit als „eine Art Trainingslager der Menschlichkeit“.

Dazu gehören für ihn drei Trainingseinheiten:

  • Authentizität (sei du selbst, denn so sieht dich Gott),
  • Solidarität (spare Zeit, Geld und Zuwendung und investiere sie für andere)
  • Spiritualität (finde Trost, Ermutigung und Hoffnung bei Gott und definiere dein Ziel neu).

Das Bild ist sehr treffend: Denn eine Trainingszeit ist manchmal mühsam, hart und unangenehm, wird aber dadurch belohnt, dass die Trainierenden einen höheren Grad körperlicher, geistiger oder spiritueller Fitness erreichen.

 

In der Fastenzeit sollen wir unseren Blick mal auf uns selber richten. Wir sollten uns selber mal in den Mittelpunkt stellen? Fragen wir uns doch mal: Was ist unser Fundament, auf was richten wir unser Leben aus? Spielt Gott in meinem Leben als Kolpingschwester und Kolpingbruder eine wichtige Rolle?

 

Wenn wir auf dem Fundament Gottes zu uns selber stehen können, wenn wir unser Glaubensfundament wieder verdichten, stehen wir zu uns selber. Dann erst können wir unsere Fühler zu unseren Mitmenschen ausstrecken und ihnen mit Rat und Tat beistehen.

 

Wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, dann finden wir Zeitfenster für andere. Nichts ist in unserer heutigen schnelllebigen Welt wichtiger als den Menschen unsere Zeit zu schenken, mit ihnen zu reden und ihnen damit zu zeigen, dass sie für uns wichtig sind.

 

Wenn wir uns um andere kümmern, werden wir wahrnehmen, wie auch unsere Beziehung zu Gott intensiver wird. Nicht nur die Tat ist wichtig, sondern auch das tägliche Gebet führt uns näher zu dem Geheimnis, das wir an Ostern feiern.

 

Treten wir in der noch verbleibenden Zeit der Fastenzeit ein in das „Trainingslager der Menschlichkeit“.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

„Was die Erde nicht bieten kann, das findet der Christ unter dem Kreuz!“

(Adolph Kolping)

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

in der Fastenzeit werden wir wieder eingeladen, den Kreuzweg zu beten. Wenn wir uns auf dieses Gebet einlassen, was werden wir wohl unter dem Kreuz finden? Auf den ersten Blick werden wir nur Leid, viele Fragen, Unverständnis, Unmenschlichkeit, Hass und schließlich den Tod finden!

 

Doch für Kolping bietet das Kreuz mehr - etwas, dass die Erde tatsächlich nicht bieten kann. Es ist ein Geschenk, das nur im Glauben und im Vertrauen auf einen lebensbejahenden Gott angenommen werden kann. Dabei geht es um die Kernbotschaft unseres Glaubens: Deinen Tod, oh Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir! Darin liegt das Geheimnis.

 

Adolph Kolping wusste das. Er hat gespürt, erlebt und darauf vertraut, dass Gott in den dunkelsten Stunden dem Menschen ganz nahe ist. Aus dieser Zuversicht heraus, konnte er all den Herausforderungen des Lebens und allen Unmenschlichkeiten zum Trotz etwas entgegensetzen: „So weit Gottes Arm reicht, ist der Mensch nie ganz fremd und verlassen. Und Gottes Arm reicht weiter, als Menschen denken können!“

 

Lasst uns beten:

Herr Jesus Christus, du bist der Arm, der weiter reicht, als wir denken können. Bis in die dunkelsten Stunden unseres Lebens hinein reicht dein Arm. Du selbst bist diesen Leidensweg uns voraus gegangen. Du hast am eigenen Leib erfahren zu was Menschen im Stande sind und was Menschen erleiden müssen. Doch du bist diesen Weg trotz Zweifel und Angst konsequent weiter gegangen. Von dir wissen wir, dass es sich lohnt, der Liebe Gottes zu vertrauen. Der Arm der Liebe lässt uns nicht im Tod, er führt uns wieder auf den Weg ins Licht. Dafür danken wir und um diese Gewissheit bitten wir dich, wenn wir auf das Kreuz blicken. Amen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

Neues Jahr - neues Glück!


Liebe Kolpingfreunde,


neues Jahr, neues Glück! - so hört man es Anfang des Jahres immer wieder sagen.


Ich finde diese Aussage zu kurz gedacht. In diesem Satz stecken nämlich nur zwei Blickrichtungen. Die eine blickt in die Vergangenheit und trauert dem nach, was alles nicht erreicht wurde, was sich nicht erfüllt hat, was nicht gelungen ist. Die andere Richtung blickt in die Zukunft, verbunden mit vielen Hoffnungen, Wünschen und Erwartungen.

 

Doch was ist eigentlich mit der Gegenwart? Zu selten werfen wir den Blick auf das Jetzt. Das Hier und Heute in den Blick zu nehmen, darauf kommt es doch eigentlich an. Nur dann kann ich doch etwas erreichen, verändern und bewegen.


Der Blick zurück in die Vergangenheit mag durchaus wichtig und sinnvoll sein, aber nur, wenn man sich nicht im Jammertal verliert. In die Vergangenheit zu blicken, um daraus zu lernen, muss unsere Absicht sein.

 

In die Zukunft blicken ist ebenfalls notwendig, aber nicht, um sich Träumereien hinzugeben, sondern um mögliche Folgen und Konsequenzen zu bedenken. Die Erkenntnisse aus beiden Blickrichtungen sollen dann unser Handeln im Hier und Heute prägen.

 

So werden wir feststellen, dass keine Zeit mehr bleibt nur im Jammertal zu verharren oder in eine Traumwelt zu flüchten. Zu viele Menschen leben am Rand der Gesellschaft und kämpfen tagtäglich ums Überleben.

 

Es liegt also auch mit an uns, was wir mit unserer Zeit machen. Wir müssen JETZT anfangen Kolpingschwestern und Kolpingbrüder zu sein. Dafür ist es nie zu spät. In diesem Sinne: Neues Jahr, neues Glück! Packen wir das JETZT an!

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Sebastian Wurmdobler, past. Mitarbeiter & Bildungsreferent

Seminar im Hochseilgarten für Paare, die heiraten wollen

vom 05. bis 07. April 2019

Programmheft 2018

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