Geistlicher Impuls für den Monat März

Palmesel?

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

diesen Monat März durchzieht die Fastenzeit. So möchte ich in diesem geistlichen Wort mich dem Palmsonntag widmen. Gleichsam wie ein Tor steht der Palmsonntag zwischen Fastenzeit und Karwoche. Er geht zurück auf den Einzug Jesu in Jerusalem. Viele Bräuche ranken sich um diesen Tag.

 

So werden in den Prozessionen vor der Heiligen Messe geweihte Palmbuschen oder wie in Rom und Jerusalem grüne Palmzweige getragen. Wir wollen den Herrn auf seinem letzten Weg mit unserem Jubel begleiten.

 

Die Palmbuschen - Zeichen des Lebens und des Sieges - sind in unserem Land oft sehr schön verziert. Nach der Liturgie werden die Palmzweige an das Kreuz zu Hause gesteckt. In den ländlich geprägten Pfarreien unseres Bistums bringt man den Segen dieser Palmzweige auf die Felder, damit auch in diesem Jahr die Ernte gut gedeihen möge.

 

Auch erinnere ich mich immer gerne an den Wettbewerb, der bei uns in unserer Familie an Palmsonntag stattfand. Derjenige, der als letzter aus den Federn kam, wurde als der Palmesel bezeichnet.

 

Dieser „Ehrentitel“ wurde an diesem Tag des öfteren wiederholt und man wurde oft mit Häme bedacht. Ich selbst wurde, je älter ich wurde, immer mehr dieser Palmesel, denn ich bin damals schon sehr schlecht aus dem Bett gekommen.

 

Auch gibt es in unserem Bistum Pfarreien, die bei der Palmprozession einen Esel mit einer Christusfigur mitführen. Dies ist ein Zeichen, dass wir Jesus bereitwillig in unseren Reihen aufnehmen wollen und ihn bei uns Heimat schenken möchten.

 

Bei meinem Empfang nach der Priesterweihe in meiner Heimatgemeinde Pressath habe ich mich auch mit diesem Esel verglichen. Denn bei all dem, was ich durch die Weihe zum Priester bekommen habe, bin ich nur derjenige, der Christus zu den Menschen bringen will. So verstehe ich mein Amt als Priester. Ich bin nur das Medium, denn der Wirkende ist immer Christus selbst.

 

Ja, der Palmsonntag ist der Übergang von der Fastenzeit hin auf Ostern. Diese geprägten Tage sind etwas Besonderes im Leben als Christ. Wir begleiten Jesus auf dem Weg hin nach Golgotha. Aber wir bleiben wie Christus nicht im Tod, sondern für uns steht am Ende die Auferstehung.

 

Durch sie hat Jesus uns ein Leben erwirkt, das uns auch einmal erwartet. So können wir uns vertrauensvoll in Jesu Hände geben, denn durch seinen Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung hat unser Leben einen Sinn bekommen.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Februar

Gott sieht auch hinter die Maske

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

ein Begriff, der uns in diesen Zeiten begleitet, ist die "Maske". Wir alle müssen zu unserer eigenen und der Sicherheit anderer Masken tragen.

 

Waren es am Anfang nur die Stoffmasken mit vielen verschiedene Motiven, folgten darauf die medizinischen Masken, die uns alle wie medizinisches Personal aussehen ließen und so sind es jetzt die FFP-2 Masken, die uns den bestmöglichen Schutz geben sollen.

 

Diese Zeit fordert halt von uns diese Maßnahmen. Wir wissen nicht, wie lange dies noch dauern wird, aber meiner Meinung nach wird dies noch eine Zeitlang dauern.

 

Bis vor einem Jahr haben wir beim Begriff „Masken“ sicherlich an etwas anderes gedacht. Viele von uns haben es sicherlich mit dem Faschingstreiben verknüpft. Wir haben uns verkleidet und sind in andere Rollen geschlüpft.

 

Die Faszination dabei ist, dass jemand für kurze Zeit jemand anderes spielen und sein kann, als man in der Realität ist. Das wird von vielen als Befreiung aus dem grauen und tristen Alltag empfunden. Da tut es gut, einmal die Grenzen zu überschreiten.

 

Der Haken an der Sache ist, dass wieder die Zeit kommt, in der die Maske abgegeben werden muss. Man geht seinen gewohnten Trott weiter. Oft kommt es mir aber vor, dass einige Zeitgenossen sogar in ihrem Alltag eine Maske tragen. Diese sieht folgendermaßen aus. Man spielt den Lieben, Netten, den jeder mag, aber in Wahrheit denkt man anders.

 

Nur einer kann hinter die aufgesetzte Maske blicken und das ist Gott. Nur er weiß, wie es uns wirklich geht, wie mir zu mute ist. Ihm kann ich nichts vormachen. Aber tröstlich ist es zugleich, dass ich weiß, Gott nimmt mich so an wie ich bin. Ich brauche mich nicht zu verstellen, ich brauche keine Maske tragen.

 

So wünsche ich euch trotzdem, dass ihr in diesen Tagen Freude erleben könnt. Feiert Fasching, feiert Karneval in der Corona angemessenen Weise.

 

Nur wer Freude erlebt, der wird auch fähig sein, sich in der Fastenzeit auf das Wesentliche, auf ein einfaches Leben zu konzentrieren. Dazu ist die Fastenzeit, sind die 50 Tage da, dass wir gestärkt unserem Leben wieder ein tragendes Fundament geben können.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

Geistlicher Impuls für den Monat Januar

„Meine Zeit steht in deinen Händen!“

 

Liebe Kolpingfreunde,

 

vor uns liegt das neue Jahr. 365 Tage voll der Ungewissheit, was wird dieses Jahr uns bringen. Viele Fragen haben wir, seien sie persönlicher Natur oder auch im Bezug auf unser Gemeinwohl.

 

Eine Frage wird uns alle sicherlich noch einige Zeit beschäftigen: Wie geht es mit dem Corona-Virus weiter? Wann wird unser Leben wieder normal werden? Wie wird sich die Impfung auf unser Leben und auf unsere Gesundheit auswirken? Fragen über Fragen!

 

Eines ist, zumindest für mich sicher, ich fühle mich in Gottes Händen geborgen. In den Jahresschlussgottesdiensten habe ich immer gerne das Lied von Peter Strauch gesungen: "Meine Zeit steht in deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir, du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden, gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir!"

 

Dieses Lied spiegelt das wider, was wir Menschen gerade in dieser Zeit brauchen. In Gott sind wir geborgen, in ihm kann unsere Seele zur Ruhe kommen. Wenn ich auf Gott vertraue, wenn ich ihm mein Leben anvertraue, wird mein Leben, werde ich ruhiger.

 

Brauchen wir dies nicht besonders in dieser turbulenten Zeit. Mein verstorbener Vater hat mich immer wieder ermahnt, wenn ich zu forsch an eine Sache herangegangen bin. "In der Ruhe liegt die Kraft!"

 

Nehmen wir uns in diesem neuen Jahr 2021 vor, trotz allem ruhig und überlegt an die Dinge heranzugehen. Wenn wir auf Gott vertrauen, wenn wir unser inständiges Gebet an ihn richten, werden wir sehen und erleben, dass er Geborgenheit schenkt und alles wenden kann. So wie das Lied von Peter Strauch es sagt, sollen wir ganz besonders das neue Jahr 2021 in Gott fest machen!

 

So wünsche ich Euch und euren Familien ein glückseliges neues Jahr 2021, verbunden mit dem Versprechen, dass ich euch und eure Kolpingsfamilien in mein Gebet einschließe, damit wir alle trotz der turbulenten Zeit Ruhe finden können in Gott. Er selber gebe uns allen ein festes Herz. Packen wir das neue Jahr mit Gott an und legen wir es in seine Hände.

 

Mit herzlichen Kolpinggrüßen

 

Karl-Dieter Schmidt, Diözesanpräses

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