Geschwister: Schicksal oder Chance?!

Erholsames Familienwochenende vom 12. bis 14. Mai 2017 im Kolping-Ferienhaus Lambach. 15 Familien beschäftigten sich mit dem Thema Geschwister.


Die Beziehung zwischen Geschwister ist manchmal eine
komplizierte Angelegenheit. Sie stimmen zwar genetisch zu 50 Prozent überein, und trotzdem sind sie völlig verschieden, obwohl sie die „gleiche“ Erziehung bekommen. In einem Moment streiten Geschwister, im nächsten Moment spielen sie
friedlich oder hecken gemeinsam etwas aus. Warum das so ist, wollten an diesem Wochenende 64 Erwachsene und Kinder wissen.


„Liebe Schwestern und Brüder, ich freue mich, dass ihr alle da seid!“, so begrüßte am Freitagabend der Referent Sebastian Wurmdobler die Teilnehmer/innen des Familienwochenendes. Schnell wurde klar, dass dieses Wochenende ein Wochenende wird, an dem es vor allem keinen Stress geben sollte. Bei einem lockeren Kennenlernspiel kamen sich die Familien näher, lernten einander kennen und Berührungsängste konnten so schnell abgebaut werden. Mit einem Film über Geschwisterprobleme, den Jugendliche gedreht haben, tauchten die Eltern und Kinder auf
humorvolle Art und Weise in das Thema ein. Egal ob jung oder alt, jeder fühlte sich sofort angesprochen und konnte Erfahrungen teilen, die in diesem Film angesprochen wurden. Denn bei diesem Thema konnten dieses Mal alle - Kinder wie Erwachsene - mitreden.

Geschwister zu haben ist für jedes einzelne Kind eine große Herausforderung. Schließlich muss die Aufmerksamkeit der Eltern mit anderen geteilt werden. In Kleingruppen beschäftigten sich die Familien mit Geschwistergeschichten, um herauszufinden, mit welchen Herausforderungen die Geschwister zu kämpfen haben. Die Gute-Nacht-Geschichte „Der Weglauftag“ rundete den ersten Abend des Familien(bildungs)wochenendes ab. Auch wenn der offizielle Teil damit beendet war, hallte das Thema bei den Gesprächen im Osser-Stüberl noch nach.

Mit einem Morgenimpuls, der zum Staunen einlud, starteten die Familien in den Tag. Dieses Mal durften sich am Samstagvormittag auch die Kinder mit dem Thema „Geschwister“ beschäftigen. Die jungen Teilnehmer wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Alle Einzelkinder, alle ältesten Geschwister, alle mittleren Geschwister und alle jüngsten Geschwister tauschten sich darüber aus, was denn die Vor- und Nachteile ihrer jeweiligen Geschwisterposition sei. Am spannendsten war die Frage, welches Elternverhalten sie sich jeweils wünschen. Der Wunsch, dass meine Mama und mein Papa mehr Zeit mit mir verbringen, ohne sie mit den anderen Geschwistern teilen zu müssen, war der Größte und Wichtigste. Die Ergebnisse wurden natürlich notiert und später den Eltern
präsentiert. Bei der Präsentation der Kinderaussagen durften die Eltern nur zuhören. Kommentare oder Widerworte waren verboten. Diese Tatsache gefiel den Kindern sehr. Wann gab es schon mal so eine Gelegenheit, den Eltern deutlich die Meinung zu sagen. Parallel zu den Kindern und Jugendlichen haben sich die Eltern mit den gleichen Fragen beschäftigt. Die Kinder in ihrer jeweiligen Geschwisterposition zu verstehen und die jeweiligen Bedürfnisse zu erkennen, war das Ziel dieser Einheit. Viele Streitereien zwischen den Geschwistern haben darin ihre
Ursache. Die Kinder fühlen sich odtmals mit ihren sozialen Grundbedürfnissen nicht beachtet. Mit vielen neuen Erkenntnissen verabschiedeten sich die Familien in die Mittagspause. Die einen nutzten die freie Zeit am Nachmittag für eine Siesta, andere tobten sich im Schwimmbad aus, wieder andere machten sich auf den Weg, um den schönen Bayerischen Wald zu erkunden oder erklommen den Gipfel des Ossers.

Nach dem Abendessen trafen sich die Familien wieder im Gruppenraum.
Bei der Abendeinheit stand nun das Thema „Geschwistergerechtigkeit“ auf dem Programm. Eine witzige Karikatur verdeutlichte auf treffende Art, dass die Gleichbehandlung der Geschwister eigentlich ungerecht ist. Auch darin liegt wieder viel Potenzial für Konflikte. Denn jedes Kind hat andere Bedürfnisse und Stärken. Das zu erkennen und jedem Kind das zu geben, was es braucht, ist gerecht. Der anschließende Spiele-Parcours forderte die Familien besonders heraus. Ziel war es für jede Aufgabe ein Familienmitglied zu wählen, das am besten für diese Herausforderung geeignet ist. Das bedeutete natürlich, dass man sich gegenseitig mit seinen Stärken wahrnehmen und sich auf ein Familienmitglied einigen
musste, dass man es dann auch akzeptieren musste, wie derjenige an die Sache rangeht und nur dann einschreiten durfte, wenn ausdrücklich Unterstützung angefordert wurde. Zum anderen war es auch wichtig dem anderen darin zu vertrauen, dass er oder sie sein Bestes gibt. Auf
jeden Fall war es spannend zu beobachten, wie die Familien und Geschwisterkinder die Herausforderungen anpackten. Abgerundet wurde der erlebnisreiche Tag bei einem gemütlich Ratsch mit Stockbrot am Lagerfeuer.
Nach dem Besuch des Gottesdienstes am Sonntag und einer Reflexionsrunde mit der berühmten Stimmungsrakete, trafen sich alle beim Mittagessen, um schließlich den Muttertag gebührend zu feiern. Entspannt, erholt und mit einigen Impulsen und Anregungen für den Familienalltag, machten sich die Familien wieder auf die Heimreise.

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