Kess erziehen in Pförring

Kolping setzt auf kesse Erziehung. 9 Mütter und Väter haben sich im Herbst 2017 intensiv mit dem Thema Erziehung auseinandergesetzt.

 

Geht das: Kinder erziehen ohne Schimpfen, Schreien und ausrasten? Ohne sich in eine Kette von Konflikten zu verhaken? Gelassen und mit ruhigen Nerven?

 

Immer mehr Eltern suchen eine Antwort auf diese Fragen. Erziehen ist eine der zentralen aufgaben der Familie. Kinder sollen eigenständig, verantwortungsvoll, kooperativ und lebensfroh groß  werden. Eltern suchen deshalb nach Wegen, mit ihren Kindern partnerschaftlich umzugehen, dabei aber auch die notwendigen Grenzen zu setzen. Dies ist ein Balanceakt, der nicht immer leicht fällt. In Pförring haben sich Mütter und Väter  von Kindern von drei bis elf Jahren auf Initiative der Kolpingsfamilie Pförring in Kooperation mit dem Kindergarten St. Josef Pförring, der Grund- und Mittelschule Pförring und dem Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg zum Elternkurs "Kess erziehen" im neuen Pfarrzentrum St. Leonhard getroffen. Als Referent stand der pastorale Mitarbeiter des Kolpingwerkes Diözesanverband Regensburg und Kolpingbildungsreferent, ein zertifizierter Kess-Kursleiter, Sebastian Wurmdobler zur Verfügung. Kess erziehen, das Ziel wurde bei diesem Kurs deutlich, soll weniger Stress und mehr Freude im Erziehungsalltag ermöglichen und Müttern und Vätern Wege zu einem entspannten und förderlichen Miteinander eröffnen. "Edelsteinmomente" sollen das Familiengefühl stärken. Respektvoller Umgang miteinander sei angesagt, besonders in Situationen des Konfliktes. Die Selbstverantwortung des Kindes soll gefördert und Verantwortung übergeben werden. Störendes Verhalten kann auch "anders" verstanden und angemessen darauf reagiert werden. Es gilt notwendige Grenzen respektvoll zu setzen, drohende Konflikte kreativ und effektiv zu entschärfen und Oasen für sich selber zu schaffen. Gemeinsam machten sich die jungen Mütter und Väter mit dem Referenten auf den Weg diesem Kess-erziehen nachzugehen. Der Elternkurs stellt  die Entwicklung des Kindes, gestützt durch Ermutigung, und dessen  verantwortungsvolle Einbeziehung in die Gemeinschaft in den Mittelpunkt.

Auch in Pförring erhielten die jungen Eltern praktische, ganzheitlich orientierte Erziehungshilfe. Der Kurs umfasste fünf Einheiten zu je zweieinhalb Stunden. Da ging es darum das Kind zu sehen und soziale Grundbedürfnisse zu achten. Da ging es darum Verhaltensweisen zu verstehen und angemessen zu reagieren. Die Gruppe beschäftigte sich damit wie Kinder ermutigt und ihnen die Folgen des eigenen Handels zugemutet werden können. Es ging darum wie Konflikte entschärft und Probleme gelöst werden können und wie man die Selbständigkeit der Kinder fördern und Kooperationen entwickelt werden können. Zu jeder Einheit gehörten Informationen über die Entwicklung und die Bedürfnisse von Kindern, kurze Übungen, Demonstrationen, Selbstreflexion und Anregungen für die Praxis zu Hause. Im Elternhandbuch, das an die teilnehmenden Eltern ausgeteilt wurde, sind alle wichtigen Kursinhalte übersichtlich zusammengefasst.

Kess-erziehen vermittelte den Eltern viele praktische Anregungen für den Erziehungsalltag. Und, noch viel wichtiger, eine Einstellung, die das Zusammenleben der Familie erleichtert, es kommt auf die Haltung an. Immer wieder buchstabierte der Referent diese Kess: K wie kooperativ, das heißt gemeinsam für ein gutes Familienklima sorgen. Regeln verabreden statt diskutieren. Konflikte so lösen, dass keiner zu kurz kommt. E wie ermutigen, sich also dem Kind zuwenden, seine Selbständigkeit fördern. Ihm zumuten, die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. S wie sozial, d.h. die Bedürfnisse des Kindes nach Zuwendung und Mitbestimmung erfüllen. Und darauf achten, dass es seinerseits die Bedürfnisse der Eltern respektiert. Und schließlich S wie situationsorientiert, das  heißt: nicht nur "nach Lehrbuch" erziehen. Sondern die persönlichen Möglichkeiten und Ziele von Eltern und Kindern berücksichtigen. Schließlich  stellte Sebastian Wurmdobler noch kurz die "Familienkonferenz" vor, auch ein Rahmen zur Regelung des Miteinanders in der Familie bei dem jedes Familienmitglied gehört wird. Recht gut angekommen ist das Arbeitsheft zum Thema, in dem wohl noch öfter etwas nachzulesen sein wird. Dem Referenten gelang es immer wieder die Teilnehmer/ innen mit einzubeziehen und "Bewegung" in das Ganze zu bringen. Beispiele aus dem Alltag belebten die anschaulichen und unterhaltsamen Einheiten, halfen bei so mancher Problembewältigung und hätten durchaus noch mehr sein können. Man begegnet den Kindern jetzt mit mehr Wertschätzung, lobt öfter, schenkt ihnen mehr Aufmerksamkeit, führt Regeln ein, ermutigt und spricht seine Anerkennung aus ohne aber die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen.

Für das kommende Jahr ist in Kooperation mit der Kolpingsfamilie Pförring, der Kindertagesstätte Pförring und der Grund- und Mittelschule Pförring und dem Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg ein Abend zum Thema "Geschwister: mal Freund - mal Feind" geplant.

Programmheft 2018

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