kesse Erziehung bei Kolping in Kösching

Elternkurs für Mütter und Väter von Kindern im Alter zwischen 3 und 12 Jahren bei der Kolpingsfamilie Kösching.


Kinder sind das wunderbarste Gut in unserer Welt. Dennoch schaffen sie es oftmals, ihre Eltern "richtig auf die Palme" zu bringen. Was steckt eigentlich hinter dem Verhalten unserer Sprösslinge? Dieser und vielen weiteren interessanten Fragen gingen vierzehn Väter und Mütter beim Elternkurs "Kess erziehen" nach.

 

Sebastian Wurmdobler, zertifizierter Kess-Kursleiter und Bildungsreferent beim Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg e.V. erörterte an fünf Abenden zusammen mit den Kursteilnehmern die Veränderungen in der heutigen Erziehungssituation. Dabei ging es nicht um die Vermittlung neuer Erziehungsmethoden! Vielmehr stand bei der Erziehungshaltung, ein achtsamer, respektvoller aber auch konsequenter Umgang untereinander im Vordergrund.

 

Wurmdobler sensibilisierte die Eltern, bei den Kindern deren soziale Grundbedürfnisse zu erkennen. Kinder möchten dazugehören, sich geliebt fühlen, wichtig sein und Bedeutung haben. Sie wollen sich fähig fühlen, Einfluss auf die Familie nehmen können, aber sich auch sicher und geborgen fühlen dürfen. Diese Bedürfnisse könnten einfach mit sogenannten "Edelsteinmomenten" erreicht werden. Einmal dem Kind ohne bestimmten Grund über den Kopf streicheln, sich dem Nachwuchs ohne Aufforderung ganz und nicht nur halbwegs zuzuwenden, reicht meist schon für einen solchen Moment aus. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, so Wurmdobler, dann sind viele Arbeiten nicht so furchtbar wichtig, als dass sie nicht kurz für einen Moment des Zuhörens und der Aufmerksamkeit für das Kind unterbrochen werden könnten. Kinder wollen Aufmerksamkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedes Mittel recht! Selbst negative Aufmerksamkeit (schimpfen, bestrafen) nehmen sie dafür in Kauf. Störende Verhaltensweisen wie das Einfordern übermäßiger Aufmerksamkeit, die Demonstration von Macht, das Vortäuschen vermeintlicher Unfähigkeit oder sogar Rache stellen Eltern oftmals vor große Probleme. In diesem Kurs lernten die Eltern, welche Bedürfnisse sich eigentlich hinter diesen Reaktionen verbergen.

 

Nach dem Erkennen dieser versteckten Botschaften gilt es die Kinder zu ermutigen. Hilfe kann möglicherweise "IRIS" geben. IRIS, bedeutet Innehalten (nicht im Affekt reagieren), Respektieren (das Kind versuchen zu verstehen), Ignorieren (auf das störende Verhalten so wenig wie möglich eingehen) und Selbst handeln (agieren, versuchen aus der drohenden Eskalation "hier und jetzt" auszusteigen).

 

In einer weiteren Einheit wurden natürliche und logische Folgen behandelt. Kinder sollen aus Situationen lernen und diese müssen ihnen auch zugemutet werden können. Es hilft nichts, das Kind "in Watte zu packen" und die vergessenen Turnsachen nachzufahren. Durch dieses "bemuttern" wird das Kind nicht lernen, dass fehlende Turnsachen Konsequenzen in der Schule nach sich zieht. Eher wird es sich auch in Zukunft auf die Eltern "verlassen". Kinder sollten Freiheit in Grenzen spüren. Sehr wichtig sind klare Regeln, die als "Geländer durchs Leben" helfen können. Dabei sollten sie eindeutig und fair formuliert sein. Darüber hinaus gibt es in jeder Familie ausgesprochene und unausgesprochene Regeln, so Wurmdobler. Gibt es Regelverletzungen, dann müssen die Folgen vorher bekannt sein und selbstverständlich auch für alle gleich gelten.

 

Ein interessanter Aspekt wurde auch durch die Frage "Wem gehört das Problem" aufgezeigt. Eltern müssen, sollen und dürfen nicht alle Probleme der Kinder "an sich reißen". So darf es letztendlich nicht das Problem der Eltern sein, wenn das Kind trotzig und mit einem "grimmigen Gesicht" den Müll runter trägt. Das entstandene Problem, nämlich die aus der zu übernehmenden Tätigkeit aufgekommene schlechte Laune, gehört allein dem Kind! Die eigentlich übertragene Aufgabe, den Müll zu entsorgen, wurde letztendlich ja auch erledigt, so der Referent weiter.

 

Eine weitere gute Methode, eine Portion Stress aus dem Familienleben zu nehmen, wäre der Familienrat. Bei einer regelmäßigen Zusammenkunft aller Familienmitglieder können alle wichtigen Angelegenheiten, gleichberechtigt und auf Augenhöhe besprochen werden. Jeder kann, darf und soll sich mit Ideen, Vorschlägen und seines Erachtens wichtigen Themen mit einbringen.

Durch verschiedene Rollenspiele verdeutlichte Sebastian Wurmdobler zahlreiche einfache aber höchst effektive Methoden, den Alltag "KESS" zu gestalten.

 

Die Teilnehmer bedankten sich durch großen Applaus beim Referenten Sebastian Wurmdobler für die stets sehr interessanten, kurzweiligen und auch amüsanten Einheiten.Für das Frühjahr 2015 plant die Kolpingfamilie Kösching einen weiteren KESS-Kurs.

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vom 05. bis 07. April 2019

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